Zeitung Heute : Orangenmarmelade

Von Carmen Krüger

-

Jetzt suppt und kleckert es gleich fürchterlich, aber es lohnt sich! Die Orangen werden mit einem ganz scharfen Messer geschält, so, dass die weiße Haut gleich mit weg ist. Nun schneide ich die Filets heraus, beziehungsweise die Häutchen vom Fruchtfleisch weg, wie man’s nimmt. Der Saft tropft über die Hände, es ist eine einzige Sauerei, schließlich will ich am Ende ein Kilo von diesen Orangenfilets (samt Saft) haben. Dann brauche ich zwei ungespritzte Apfelsinen, die ich gut abwasche und mit dem Spargelschäler ganz fein abschäle. Die Beute wird hauchdünn in Streifen geschnitten. Das Verhältnis von Gelierzucker und Obst ist 1:2, damit das Ganze nicht so süß wird. Und ganz gegen meine Gewohnheit bleibt hier der Alkohol mal weg. Dann wird einfach nach Gebrauchsanweisung gekocht: drei Minuten sprudelnd. Und wie man Gläser füllt, na ja, das weiß ja jeder. Zur Not steht’s auch auf der Zuckerpackung drauf. Aus Grapefruits, übrigens, schmeckt die Marmelade auch ganz prima.

Carmen Krüger ist Chefin von Carmens Restaurant in Eichwalde

...UND DER ÖFFNER DAZU

Giorgio Armani macht seine Finger bestimmt nicht so schmutzig. Vermutlich legt er auch nicht selber mit Hand an, wenn seine neueste Kollektion entsteht: Armani Dolci nennt sie sich und umfasst neben Schokoladen auch Marmeladen. Wer keine Gehilfen hat, sich die Arbeit mit den Orangen aber ein bisschen leichter machen will, dem sei das ApfelsinenMesser von WMF empfohlen, mit dem auch Carmen Krüger arbeitet; das hat Zacken auf beiden Seiten und ist für zehn Euro in den Filialen zu kaufen.

Je köstlicher ein Aufstrich, desto kostbarer ist er auch, ein echtes Naturprodukt ist nun mal sensibel. Drum muss man die Marmeladengläser beim Einkochen auch so fest verschrauben, damit die süße Ware nicht gleich verdirbt. Nur: wie kriegt die Köchin ihr Selbsteingemachtes wieder ohne männliche Hilfe auf? Mit diesem Öffner lässt sich das Vakuum kinderleicht knacken, einmal hebeln, schon weht einem der Duft der Früchte entgegen. Für 3,50 Euro kann man ihn bei Manufactum bestellen ( www.manufactum.de , Tel. 02309/939850, Fax 02309/939850). In dem legendären Warenhaus der guten alten Dinge bekommt man ohnehin allerlei für die Küche, von der köstlichen Wieser Marillenkonfitüre - natürlich aus der Wachau – über Soester Pumpernickel bis zum Herd für 3150 Euro. Nein, billig sind die guten Dinge nicht, aber praktisch und schön. Eine kleine Filiale hat der Versand inzwischen auch in Berlin, als Museumsshop in der Industriellen Sammlung des Stadtmuseums in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. kip

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben