Zeitung Heute : Oslo feiert Ibsen in Berlin

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„Ibsen ist international, und er ist viel wichtiger als wir dachten“, bekennt Tor Sannerud, Geschäftsführer von Visit Oslo. „Wir bringen Ibsen jetzt zurück nach Norwegen und feiern ihn mit dem Ibsen-Jahr zu seinem 100. Todestag, dann schicken wir ihn wieder in die Welt.“ VisitOslo nutzt die Lange Nacht der Museen, um sich als Kulturdestination mit den „Schwergewichten“ Ibsen und Munch in Berlin im „Roten Rathaus“ zu präsentieren. „Ibsen hat in Berlin gelebt und gearbeitet, und daher ist es nur folgerichtig, dass wir mit ihm auch in Berlin werben“, sagt er.

Wie sehr sich Oslo mit Ibsen auseinandersetzt, zeigt die Diskussion um einen Straßennamen in der norwegischen Hauptstadt für ihn. Die Straße vor dem Ibsenmuseum und dem Außenministerium soll in Ibsengatan umgetauft werden. Das hätte auch zur Folge, dass sich die Adresse des Könglichen Schlosses ändert. „Wir haben ja nicht so viele Kulturstars in Norwegen“ sagt Sannerud. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Heute haben die Besucher von 18 Uhr 15 bis 2 Uhr die Gelegenheit, Oslo als Künstler- und Gourmetstadt zu erleben. Geboten wird landestypisches Essen, Live-Musik von Edvard Grieg bis A-HA, unter anderem mit Studenten des „Barrat-Due Musikinstitut“ in Oslo. Der Körper-Maler Igor Meyer präsentiert im Laufe der Nacht seine moderne Interpretation von Edvard Munchs Kunst: Er bemalt eine Frau im Stile des norwegischen Malers. Einen Einblick in das Leben Ibsens gibt die Ausstellung im Großen Saal des Rathauses. Doch nicht nur in Norwegen wird das Ibsen-Jahr gefeiert, sondern weltweit wird mit Veranstaltungen an den Dramatiker erinnert.

Während der Langen Nacht können sich die Besucher auch über Reisemöglichkeiten in die norwegische Hauptstadt informieren. Sannerud lobt die schnellen Verbindungen, die es ermöglichen, ein langes Wochenende in Oslo zu verbringen. „Die Norddeutschen kommen auch für ein Ski-Wochenende. In 20 Minuten erreicht man von Oslo aus mit der Straßenbahn das Ski-Gebiet.“ R.B./ W.H.

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