PANORAMA : Raus in die Einöde

Franziska Michael und Frida Weyer
Franziska Michael und Frida WeyerFoto: Getty Images for Mercedes-Benz

Es hätte so einfach sein können. Eigentlich hätten alle Besucher, die mit dem Flugzeug zur Fashion Week nach Berlin anreisen, direkt vor der Türschwelle der Modemesse Panorama landen sollen: auf dem Großflughafen Berlin-Brandenburg, an dessen Rollfeld das „ExpoCenter Airport“ anschließt. Daraus wurde bekanntlich nichts. Die für den vergangenen Juli geplante Premiere der Panorama wurde angesichts der Querelen um den Flughafenbau verschoben. Jetzt wagten die Messemacher den Start, auch ohne Großflughafen.

Um die Besucher in die Einöde Schönefelds zu transportieren, weit weg von den übrigen Schauplätzen der Modewoche, braucht es ein aufwendiges Shuttle-Netzwerk. Mit eigenen Bussen werden die Einkäufer nun von den Flughäfen Tegel und Schönefeld, den anderen großen Messen und von weiteren Orten im Stadtzentrum zur Panorama gefahren. Den Messebesuchern bietet sich auf den letzten Kilometern ein geradezu surreales Bild: Minutenlang fahren sie an der Baustelle des Großflughafens vorbei, am erleuchteten Riesenkubus des Abfertigungsgebäudes und am verschneiten Rollfeld, auf dem die Positionslichter einen Anschein von Aktivität simulieren. Weiter entfernt vom glamourösen modischen Epizentrum der Hauptstadt könnten sie sich kaum fühlen. Aber abschrecken lassen sie sich dadurch nicht: Erleichtert sei er, sagte Messechef Jörg Wichmann am Abend des Premierentages. Schon zum Auftakt seien so viele wichtige Einkäufer gekommen, wie er während der ganzen drei Veranstaltungstage erwartet hätte, angereist aus Asien, dem Mittleren Osten oder Australien.jsc

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben