Zeitung Heute : Papst will Weltautorität gegen Krise

Benedikt XVI. veröffentlicht dritte Enzyklika und fordert mehr Ethik in der Wirtschaft

Claudia Keller

Berlin - Einen Tag vor Beginn des G-8-Gipfels im italienischen L’Aquila hat Papst Benedikt XVI. am Dienstag seine dritte Enzyklika veröffentlicht, in der er auf die Finanz- und Wirtschaftskrise eingeht. Das Oberhaupt der katholischen Kirche fordert in seinem Lehrschreiben „Caritas in veritate“ (Liebe in Wahrheit) eine „echte politische Weltautorität“, um die Wirtschaft zu steuern. Die Vereinten Nationen müssten „reformiert“ werden. Die geforderte Autorität würde aber wohl über die Vereinten Nationen hinausgehen, schreibt der Papst. Sie müsste „von allen anerkannt sein, über wirksame Macht verfügen, um für jeden Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Sozialenzyklika als wichtige Ermutigung begrüßt, sich für eine menschliche Gestaltung des Wirtschaftens einzusetzen. Auch die Deutsche Bischofskonferenz lobte das Dokument. clk

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