Paralympics : Die Spiele im Zeitraffer: Paralympics-Rückblick

Von den bescheidenen "Weltspielen der Gelähmten" zu Megaevents in vollen Stadien: Die Paralympics sind eine Erfolgsgeschichte.

Heute verleihen Bundeskanzler und Staatspräsidenten die Medaillen, und Prominente wie Prinzessin Viktoria von Schweden oder Prince Edward feuern die Athleten an. Paralympics sind keine Nischenveranstaltung mehr, sondern Megaevents. Die Anfänge waren bescheidener.

KRIEGSVERSEHRTE IM WETTSTREIT – SO FING ALLES AN

Stoke Mandeville Hospital, England, anno 1948. Der aus Deutschland emigrierte jüdische Neurologe Sir Ludwig Guttman hat die Vision von Olympischen Spielen für Menschen mit Behinderungen im Kopf. Er weiß, dass Sport auch psychisch Flügel verleihen kann. Am 28. Juli 1948 nehmen 14 Männer – die meiste von ihnen Kriegsversehrte - und zwei Frauen an den ersten Rollstuhlspielen seines Hospitals teil. Ihr Sport: Bogenschießen. Die „Stoke Mandeville Games“ gibt es bis heute.

DIE GEBURTSSTUNDE DER PARALYMPICS

1960 finden die „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom statt, gleich nach den Olympischen Spielen. Es kommen 400 Athleten aus 23 Ländern.

MEILENSTEIN DER PARALYMPICS–BEWEGUNG

In Seoul 1988 finden die Trainings und Wettkämpfe der behinderten und nichtbehinderten Athleten erstmals an den gleichen Stätten statt. Es gibt jetzt auch ein behindertengerechtes Dorf für die Athleten.

VIVA ESPANA

Perfekt organisiert, stürmisch gefeiert: Das sind die Sommerparalympics 1992 in Barcelona . Die Athleten werden mehr denn je ernstgenommen, auch von den Medien. Weil die Teilnahmehürden höher sind, nehmen weniger Sportler teil, doch deren sportliches Niveau ist professionell.

„BESTE SPIELE ALLER ZEITEN“

So gehen die Spiele im Jahr 2000 in Sydney in die Geschichte ein – aber da gab es Peking 2008 noch nicht. Erstmals wird in Australien die Schallmauer von einer Million Zuschauer durchbrochen. 4000 Athleten aus 125 Nationen begeistern. 1,2 Millionen Tickets werden verkauft, mehr als doppelt so viele wie in Atlanta 1996.

DOPING WIRD THEMA

In Athen 2004 nehmen die Veranstalter mehr Geld ein als in den Vorjahren – und die Athleten mehr Dopingmittel. Zehn von 680 Tests sind positiv. Es geht also zu wie im Leistungssport. Neu ist, dass die Veranstalter die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Transport übernehmen.

CHINA SETZT NEUE MASSSTÄBE

Mit den Paralympics 2008 buhlt China um Ansehen in der Welt. Auf der sportlichen Bühne mit Erfolg. Riesenshows, volle Stadien, begeisterte Menschen – Vancouver 2010 und London 2012 haben es nicht leicht. (kög)

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