Parkett verlegen : Kleben oder klicken

Das Verlegen von Fertigparkett setzt kein großes handwerkliches Können voraus. Es ist eher eine Systemfrage.

Markus Mechnich
Parkett
Wohnlicher Boden: Parkett ist pflegeleicht und relativ einfach in Eigenregie zu verlegen. -Foto: ddp

Ein dekorativer und gepflegter Fußboden ist ein Aushängeschild für jede Wohnung. Zunehmender Beliebtheit als Belag erfreut sich Parkett. Es bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten und ist pflegeleicht.

Ist die grundsätzliche Entscheidung fürs Parkett gefallen, stellt sich zunächst die Frage: Fertig- oder Massivparkett? Letzteres wird oft auch als „echtes“ Parkett bezeichnet und besteht ausschließlich aus massivem Holz. Es wird verklebt und auf eine Unterkonstruktion aus Holz genagelt. Nach dem Verlegen muss die Oberfläche des Massivparketts im Gegensatz zu Fertigparkett immer behandelt werden, entweder mit Öl oder mit Lack. Da diese Arbeiten recht aufwändig sind und großes handwerkliches Können erfordern, sollten sie von einem Fachmann ausgeführt werden. Massivparkett hat eine hohe Langlebigkeit und gilt als Fußboden für die Ewigkeit. Denn es lässt sich mehrmals aufarbeiten.

Eine preiswertere Variante ist Fertigparkett, das auch von geübten Heimwerkern verarbeitet werden kann. Viele Baumärkte bieten spezielle Sets an, die das wichtigste Werkzeug für das Verlegen enthalten. Der Vorteil von Fertigparkett ist, dass es „schwimmend“ verlegt, also nicht vollflächig auf den Boden geklebt wird und sich daher leicht wieder entfernen lässt. Die Platten werden entweder miteinander verleimt oder mit einem so genannten Klick-System verbunden. Bei Letzterem kann der Fußboden nach dem Verlegen sofort betreten werden, da die Zeit für das Austrocknen des Fugenleims entfällt. Vorsicht ist bei Fußbodenheizungen geboten. Denn nicht alle Parkettböden sind dafür geeignet. Daher empfiehlt sich vor dem Kauf eine gute fachmännische Beratung. Das gilt auch für die Oberflächenhölzer.

Vor dem Kauf muss die Quadratmetermenge berechnet werden. Diese hängt davon ab, ob das Parkett diagonal, horizontal verlegt oder der Fußboden unterschiedlich farbig gestaltet werden soll. Um den Verschnitt möglichst gering zu halten, muss der Raum exakt ausgemessen werden. Anhand einer Maßstabskizze lässt sich ein Verlegeplan erstellen. Die erworbenen Platten sollten zunächst 48 Stunden in dem Raum gelagert werden, dessen Boden sie demnächst zieren werden, damit sie sich akklimatisieren können. Die Temperatur darf nicht unter 17 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit nicht über 70 Prozent liegen.

Da Fertigparkett nur wenige Millimeter dick ist und „schwimmend“ verlegt wird, muss der Untergrund vorbereitet werden. Der Unebenheiten dürfen nicht mehr als drei Millimeter aufweisen. Prüfen lässt sich das mit einer Richtlatte oder einer Maurerschnur. Eventuelle Tiefen werden mit Fließspachtel ausgeglichen, Erhöhungen mit einer Feile abgeschliffen. Bei Böden ohne warmen Unterbau, wie zum Beispiel über Hofeinfahrten, sollte unbedingt eine PE-Folie (mindesten 0,2 Millimeter) ausgelegt werden. Sie schützt vor Feuchtigkeit und hält die Wärme im Raum. Danach wird gegebenenfalls eine Trittschalldämmung auf dem Boden aufgebracht.

Ist der Untergrund entsprechend vorbereitet, kann mit dem Verlegen begonnen werden. Empfehlenswert ist es, in der Raummitte zu beginnen und sich zu den Wänden vorzuarbeiten. Die Mitte markiert man am besten mit einer Linie oder einer Richtschnur ausgehend von zwei parallel gegenüberliegenden Seiten. Die erste Parkettreihe muss absolut sauber und exakt entlang der Maßlinie ausgelegt werden, da alle nachfolgenden Elemente an ihr ausgerichtet werden. Ist die erste Reihe fertig gelegt, wird in der Raummitte quer dazu eine zweite Reihe fugengenau angesetzt. Von diesem Passkreuz aus werden die einzelnen Bereiche so weit ausgelegt, wie sich ganze Platten einsetzen lassen. Die Randelemente werden jeweils direkt an der Wand zugeschnitten. Dabei darf die Dehnungsfuge nicht vergessen werden. Sie sollte zwischen Parkett und Wänden einen Abstand von mindestens zehn bis 15 Millimetern haben. Denn Parkett besteht aus Holz und dehnt sich je nach Raumtemperatur aus oder zieht sich zusammen.

Bei Heizungsrohren wird es knifflig. Hilfreich ist es, den Durchmesser des Rohres und den Abstand zur Wand zu ermitteln und auf einer Parkettplatte einzuzeichnen. Die Rohrdurchführungen werden entsprechend ausgebohrt und das Segment keilförmig ausgeschnitten und dann passgenau eingesetzt. Türen sollten möglichst um die Höhe des Parkettbodens unten abgeschnitten werden. Ist das nicht möglich, beispielsweise bei Stahlrahmen, muss das Parkett um den Rahmen herum ausgeschnitten werden. Der Abstand sollte acht bis zehn Millimeter betragen. Die entstandene Lücke wird mit farblich passender Acrylmasse sauber abgedichtet.

Ob mühsames Verleimen oder komfortables Klick-System: Bei beiden Techniken muss der Boden ausgerichtet werden. Das geschieht mit einem so genannten Zugeisen und sollte alle drei bis vier Reihen wiederholt werden. Ist der Boden endlich komplett, werden als optische Verbindung an der Wand die Sockelleisten angebracht und dort befestigt.

Parkett lässt sich ausgesprochen leicht pflegen: Nach dem Entfernen des Staubs wird der Boden mit einem angefeuchteten, keinesfalls nassen Tuch aufgewischt. Was dem Boden allerdings nicht bekommt, sind spitze und schwere Gegenstände. Sie hinterlassen Einkerbungen. Ratsam ist es daher, Möbel mit kleinen Filzgleitern zu versehen und im Eingangsbereich die Möglichkeit zu schaffen, die Schuhsohlen abzuputzen, damit keine Steinchen das Parkett beschädigen können.

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