PARTEIEN : Muslimbrüder sind Favoriten

Ähnlich wie Ägypten praktiziert Libyen ein gespaltenes

Wahlsystem
, bei dem 40 Prozent der Mandate für Parteilisten und 60 Prozent für unabhängige Direktkandidaten reserviert sind. Gleichzeitig ist die Sitzverteilung auch regional quotiert, die Tripolitania im Westen erhält 100 Mandate, die Cyrenaica im Osten 60 und der Süden mit seinen Wüstenoasen 40. Damit dominieren im neuen libyschen Parlament die Einzelkandidaten, die Parteienlandschaft ist mit 142

Gruppierungen extrem

fragmentiert
. Dennoch haben sich wie in Tunesien und Ägypten zwei große politische Lager herausgeschält, die Islamisten und die Säkularen. Bei den Islamisten gehört die „Partei für Gerechtigkeit und Aufbau“, die der Muslimbruderschaft nahesteht, zu den Favoriten. Aber auch der bekannte Kleriker Ali Sallabi sowie der ehemalige Rebellenkommandeur von Tripolis, Abdel Hakim Belhaj, treten mit eigenen Parteien an.

Wichtigster Gegenspieler im säkularen Lager ist die „Allianz der Nationalen Kräfte“, zu der sich 40 politische Organisationen und 230 Gruppen der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen haben. An ihrer Spitze steht der Wirtschaftsprofessor Mahmoud Jibril, der dem Gaddafi-Regime in den letzten vier Jahren vor dem Volksaufstand als Wirtschaftsberater diente und anschließend von März bis Oktober 2011 an der Spitze des Provisorischen Nationalrates (NTC) stand. Daneben gibt es noch die von ehemaligen Gaddafi- Dissidenten gegründete „Nationale Front“ und „Union für die Heimat“.

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