Zeitung Heute : PATCHWORK

Howl – Das Geheul

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Eine Kellerbar in San Francisco. Auf der Bühne steht ein junger Mann mit Hornbrille und schleudert wilde Verse in den Raum. Es ist das erste Mal, dass Allen Ginsberg (James Franco, Foto) sein berühmtestes Gedicht „Howl“ vorträgt. Es macht ihn berühmt und bringt seinem Verleger 1957 einen Prozess wegen der Verbreitung von obszönem Schrifttum ein. Die Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman („The Celluloit Closet“) kombinieren in ihrem ersten Spielfilm Lesungs- und Gerichtsszenen mit biografischen Rückblicken sowie einem nachgestellten Interview mit dem Beat-Poeten. Das Gedicht wird zudem durch kitschige und bisweilen überaffirmative Animationen visualisiert. Leider hat dieses Patchwork überhaupt keinen Rhythmus und bleibt vor allem beim Thema Psychiatrie unbefriedigend vage. Mittelprächtig. Nadine Lange

USA 2010, 84 Min., R: Rob Epstein & Jeffrey Friedman, D: James Franco, Jon Hamm, David Strathairn, Mary-Louise Parker

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