Zeitung Heute : Pauschal-Hotels: Fernreisen mit Gesundheitsrisiko

Fernreisende bekommen in Pauschal-Hotels wesentlich öfter Reisedurchfall als in anderen Unterkünften oder bei Familien. Dies ergab eine Studie mit über 67 000 Reisenden in Kenia, Jamaika, Brasilien und Indien, teilte die Abteilung für Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit. Insgesamt hatten zehn bis 40 Prozent der Urlauber Reisedurchfall. Bei jüngeren Touristen war die Häufigkeit deutlich höher als bei älteren Reisenden. Dies sei durch das unvorsichtige Essverhalten der jungen Touristen zu erklären, heißt es dazu in der Mitteilung als mögliche Ursache der unterschiedlichen Häufigkeit.

Rund 80 Prozent der nach Deutschland eingeschleppten, gemeldeten 918 Malariaerkrankungen kamen im vergangenen Jahr aus den afrikanischen Ländern Kenia und Gambia. Beide Länder sind Zielgebiete, die Pauschalreiseveranstalter im Programm führen. Mindestens 15 Personen starben an der Tropenkrankheit. Etwa 53 Prozent der erkrankten Deutschen hatte keine Malariaprophylaxe betrieben, meldete die Tropenabteilung. Neben Malaria zeigten sich zunehmende Ausbreitungstendenzen anderer Infektionskrankheiten wie Cholera aus Afrika, Südamerika und Hongkong sowie Diphtherie und Tuberkulose aus Osteuropa.

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