„Pergamon – Panorama der antiken Metropole“ : Der Mythos lebt
29.09.2011 02:00 UhrDie Museumsinsel ist das Zentrum der Berliner Kulturlandschaft und der Pergamonaltar ihr Herzstück. Ende des 19. Jahrhunderts kam er nach Ausgrabungen in der Türkei in die deutsche Reichshauptstadt. Archäologie war Herrschaftsinstrument und -symbol. Der Mythos Pergamon hat viele Formen angenommen. In seinem Romanessay „Die Ästhetik des Widerstands“ betrachtet Peter Weiss den Kampf der Götter und der Giganten auf dem Pergamonfries als Allegorie der Nazi-Zeit.
Das Pergamonmuseum präsentiert nun Skulpturen, Mosaiken und Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus der Stadt, die in hellenistischer Zeit zu den kulturellen Zentren des Mittelmeerraums zählte.
Die Ausstellung will keine prachtvollen Einzelstücke zelebrieren, sondern einen sinnlichen Zusammenhang herstellen. Viele der 450 Stücke schlummerten bislang in Berliner Magazinen und waren noch nie öffentlich zu sehen. Es ist also auf der Museumsinsel mit großem Andrang zu rechnen. Zumal der Künstler Yadegar Asisi mit einer einzigartigen Installation lockt, einem 360-Grad-Panorama der antiken Stadt. Asisi hat im heutigen Bergama an der Ausgrabungsstätte fotografiert und ein anschaulich-lebendiges Bild der Vergangenheit geschaffen. Das Panorama hat eine Höhe von 24 Metern und ist 103 Meter lang. Dort kann man einen simulierten Sonnenaufgang über der Stadt erleben, die der Legende nach das Pergament erfand und eine der größten Bibliotheken der Antike besaß. Bereits 1886 gab es in Berlin ein Pergamonpanorama. Damals feierte man die Ausgrabungen mit einem Volksfest. Ein paar Jahrzehnte später war das deutsche Kaiserreich selbst Geschichte.
Pergamonmuseum, Fr 30.9. bis 30.9.2012, Fr-Mi 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, 10 €, erm. 5 €.












