Zeitung Heute : Peugeot: Der große Löwe tritt jetzt an

Dahlern

Premierenstimmung bei den Händlern der Marke mit dem Löwen. Nachdem man ihn bereits bei der "aaa Berlin" im Oktober 2000 in seiner endgültigen für Deutschland vorgesehenen Ausstattung betrachten konnte, geht er zum nächsten Wochenende an den Start - der große Peugeot 607. Er ist das neue Flaggschiff von Peugeot, das die Nachfolge des 605 antritt - allerdings nicht unter der eigentlich konsequenten Bezeichnung 606 sondern als 607.

Viel innovative Technik

Wer will, mag dieses Überspringen einer Typbezeichnung auch als Technologiesprung deuten. Denn dieses stattliche 4,87 Meter lange und mit 1,83 Meter auch auffallend breite Auto lockt nicht nur mit einer besonders attraktiven Linie, sondern auch einer Fülle innovativer Technik. Daneben verwöhnt es seine Passagiere mit einem sehr großzügigem Platzangebot und einer wahren Luxusausstattung. Das mehr als 500 Liter fassende Gepäckabteil unter der interessant geformten Klappe hinten lässt sich zudem durch Vorklappen der asymmetrisch geteilten Rückbanklehne ganz nach Wunsch erweitern.

Edles Holz, Chrom und Leder bestimmen die Atmosphäre des Innenraums. Der Fahrersitz des 607 lässt sich elektrisch verstellen und mehrfach für verschiedene Fahrzeugnutzer programmieren und im Zentrum der Mittelkonsole blickt man auf das große Display eines modernen Navigationssystems, das ebenso zur Serienausstattung gehört wie ein aufwändiges Audio-System mit integrierter Telefonfunktion beim Spitzenmodell. Zur Sicherheitsausstattung gehören neben Front- und Seitenairbags auch Kopf-Airbags, die sowohl die Front- als auch die Fondpassagiere schützen.

Eine technische Revolution

Die wichtigste technische Revolution beim neuen 607 steckt allerdings unter der Motorhaube. Dort stehen für Deutschland zum Start zwei Triebwerke zur Wahl - ein 3,0-Liter-V6-Benziner mit einer Leistung von 152 kW (207 PS) und ein moderner direkt einspritzender Turbodiesel mit einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und Common-Rail-Hochdruckeinspritzung mit einer Leistung von 98 kW (133 PS). Der hat als erster in Serie gebauter Personenwagen-Diesel im Abgasreinigungssystem ein Rußpartikelfilter (FAP), das die Rußpartikel im Abgas komplett beseitigt.

Technisch funktioniert das so, dass die Partikel zunächst im Filter gesammelt werden. Um dessen Durchgängigkeit zu garantieren, werden diese Partikel nach jeweils 400 bis 500 Kilometer Fahrt automatisch abgebrannt. Das allerdings verlangt entsprechend hohe Abgastemperaturen, die bei 550 Grad Celsius liegen. Hierzu muss die normale Abgastemperatur von 150 Grad Celsius für den zwei bis drei Minuten dauernden Verbrennungsvorgang erheblich erhöht werden. Eine erste Erhöhung auf 350 Grad Celsius wird dadurch erreicht, dass das Common-Rail-System eine Nacheinspritzung aktiviert, wodurch es zu einer temperatursteigernden Nachverbrennung kommt. Um weitere 100 Grad auf 450 Grad Celsius erhöht wird die Abgastemperatur durch die katalytische Nachbehandlung der bei der Nacheinspritzung entstehenden unverbrannten Kohlenwasserstoffe in einem vor dem Partikelfilter eingebauten Oxidationskatalysator.

Der Trick mit dem Additiv

Bis zu den nötigen 550 Grad Celsius fehlen dann allerdings immer noch 100 Grad. Nun wendet man einen Trick an. Denn man mischt dem Dieselkraftstoff im Peugeot 607 winzige Mengen eines Eolys genannten Additivs zu, das in einem separaten 5-Liter-Tank untergebracht ist und dem Kraftstoff bei jedem Tanken zugemischt wird. Dieses Additiv hat die Eigenschaft, die Verbrennungstemperatur der Partikel auf 450 Grad Celsius herabzusetzen - und damit genau auf die Temperatur, die durch die Nachverbrennung mit allen ihren Elementen erreicht wird. Der Fahrer des Peugeot 607 2,2 HDi merkt von dem kurzen Regenerierungsprozess im Partikelfilter übrigens nichts. Nur dann, wenn das System nicht einwandfrei funktioniert, leuchtet eine Warnanzeige auf. Die Partikelfiltertechnik wird übrigens nicht auf den 607 beschränkt bleiben, sondern künftig auch in weiteren HDi-Modellen von Peugeot eingesetzt werden, zuerst im 406 HDi.

Auch Diesel mit Automatik

Beide Motoren des 607 lassen sich sowohl mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe als auch einer Viergang-Automatik kombinieren. Das ist ein intelligentes elektronisch gesteuertes adaptives Automatikgetriebe mit 32 Schaltkennlinien, das sich dem Fahrstil des Fahrers ebenso anpasst wie dem Profil der Strecke, die befahren wird. Neben den beiden Fahrprogrammen Sport und Winter hat dieses Getriebe eine manuelle Schaltgasse, in der die einzelnen Gänge sequenziell von Hand eingelegt werden - eine Tiptronic nach Porsche-Muster also.

Flink und sehr sparsam

Mit 205 km/h in der Schaltgetriebe- und 202 km/h in der Automatikversion ist der 2,2 HDi ein sehr flotter Diesel, der Tempo 100 binnen 10,6 und 12,1 Sekunden erreicht und mit durchschnittlich 6,7 und 7,2 l/100 km ausgesprochen sparsam ist. Die Benziner sind mit 240 und 232 km/h allerdings um einiges flotter, erreichen Tempo 100 binnen 8,1 und 9,9 Sekunden und verbrauchen 8,1 und 9,9 l/100 km.

Beim Fahrwerk ist Peugeot dem Grundkonzept des 605 treu geblieben. So hat der 607 Federbeine vorne und Dreiecks-Doppelquerlenker an der Hinterachse. Die Dämpfer werden nach neun Kennlinien elektronisch geregelt und neben einer geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung, einem Bremsassistenten und einem Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung verfügt der 607 auch über eine Antriebsschlupfregelung und die Fahrdynamikregelung ESP (Electronic Stability Program), mit deren Unterstützung das Fahrzeug auch unter schwierigen Fahrbedingungen durch das gezielte Bremsen einzelner Räder sicher auf Kurs gehalten wird. Weitere technische Highlights des neuen Peugeot-Flaggschiffs sind eine Reifendruck-Überwachung, Seitenscheiben aus Verbundglas, eine automatisch ein- und ausschaltende Beleuchtung, das automatische Einschalten der Warnblinkanlage bei einer Vollbremsung und eine Einparkhilfe und die bei der Verkabelung konsequent eingesetzte Multiplex-Technik.

Die Preise für das neue Spitzenmodell von Peugeot beginnen mit 59 000 DM für den 98 kW (133 PS) leistenden 2,2-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Hochdruckeinspritzung und Rußpartikelfilter. 62 000 DM kostet die Automatikversion des 2,2-Liter-HDi. Als Benziner steht der Dreiliter-V6-Motor mit einer Leistung von 152 kW (207 PS) zur Wahl, der mit Schaltgetriebe 67 900 DM und mit Automatik 70 900 DM kostet. INGO

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