Zeitung Heute : Pflanzen trotzen „Märzwinter“

Für den Menschen wäre es eine sehr kalte Decke, aber Pflanzen tut der Schnee gut. Denn die weiße Schicht schützt sie vor dem Erfrieren wie eine wärmende Wolldecke den Menschen, erläutert Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen in Haan (Nordrhein-Westfalen). „Eigentlich haben wir Glück im Unglück mit diesem Wintereinbruch im März“, so das Fazit des Gartenexperten.

Legt sich Schnee auf den Boden, isoliert er diesen vor zu niedrigen Temperaturen, die die Erde sonst durchdringen und die Wurzeln der Pflanzen erfrieren lassen. Den Pflanzen passiere in der Regel nicht viel unter der weißen Decke – „selbst wenn wir im März eine Woche lang sechs oder sieben Grad minus haben“, sagt Markley. Das gilt auch für Zwiebelblumen wie Krokusse und Tulpen sowie frühblühende Stauden, die zum offiziellen Frühlingsbeginn am 20. März bereits erste Triebe und Blüten zeigten. Sie legen nun einfach eine Pause ein.

Auf einen späten Kälteeinbruch seien die Pflanzen sowieso gut eingestellt, erläutert Markley. Mit Frost müsse man bis Mitte Mai immer wieder rechnen. Sorgen müsse sich der Hobbygärtner nur machen, wenn sehr tiefe Minusgrade im zweistelligen Bereich über Wochen den Frühlingsbeginn stoppen. „Aber wir haben ja im Moment auch Plusgrade, so dass der Boden gleich wieder auftaut.“ Allerdings könne es nicht schaden, den Winterschutz von empfindlichen Stauden und sonstigen Gehölzen nach den kalten Monaten zu überprüfen und auszubessern, rät Markley. In Folien könnten Löcher entstanden sein. Oder womöglich hat das Reisig, das zum Abdecken verwendet wurde, seine Nadeln verloren.

Kümmern könne man sich auch um Frühblüher in Töpfen und Kästen. „Wer die Möglichkeit hat, sollte sie in eine Garage stellen“, sagte Markley. Oder sie kommen für die kalten Tage in eine windstille Ecke an einer Hauswand. Dort seien sie vor Ostwinden und Minusgraden geschützt, die die Erde im Topf leichter durchfrieren als den Boden.

Wer noch Restmaterial von den Wintervorbereitungen hat, kann die Pflanzen im Topf damit vorsorglich einpacken. Sackleinen und Jute kommen um das Gefäß, Styroporplatten unter den Topf und Reisig bedeckt die Sprösslinge. „Aber in der Regel sind frühblühende Pflanzen hart im Nehmen“, so der Gartenexperte. Es gehe nur darum, dass der harte Frost nicht auf die lebenden Blattzellen treffe. dpa

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar