PLAGIATSVORWÜRFE : Von Fall zu Fall

Karl-Theodor zu Guttenberg



Im Februar 2011 werden dem damaligen Verteidigungsminister Plagiate in seiner Jura-Doktorarbeit an der Uni Bayreuth vorgeworfen. Mit „GuttenPlag Wiki“ entsteht die erste einschlägige Internetplattform. Nach anfänglichem Leugnen gibt er schwere Fehler zu. Ende Februar entzieht ihm die Uni den Titel, Guttenberg tritt zurück. Im Mai urteilt Bayreuth, er habe wissenschaftliche Standards grob verletzt und vorsätzlich getäuscht.

Silvana Koch-Mehrin

„VroniPlag Wiki“ nimmt im April 2011 die wirtschaftshistorische Arbeit der FDP-Politikerin aus dem Jahr 2000 ins Visier. Im Juni erkennt die Uni Heidelberg „in substanziellen Teilen“ Plagiate, entzieht ihr den Doktortitel. Sie gibt alle Parteiämter ab, tritt als Vizepräsidentin des EU-Parlaments zurück, bleibt aber Abgeordnete. Sie klagt gegen den Titelentzug, die Entscheidung steht aus.

Jorgo Chatzimarkakis

EU-Parlamentarier Jorgo Chatzimarkakis (FDP) wird im Mai 2011 zum „VroniPlag Wiki“-Fall, er soll auf gut 70 Prozent der Seiten seiner wirtschaftswissenschaftlichen Dissertation an der Uni Bonn aus dem Jahr 2000 plagiiert haben. Die Uni Bonn urteilt, mehr als die Hälfte stamme „aus fremden Federn“, und entzieht ihm den Titel. Chatzimarkakis’ Klage weist das Verwaltungsgericht Köln im März 2012 ab.

Roland Wöller

Die Doktorarbeit des Christdemokraten, 2008 bis 2012 Kultusminister in Sachsen, wird von der TU Dresden 2008 und 2011 – nach erneuten Hinweisen – überprüft. Beide Male wird er freigesprochen. Ende 2011 moniert eine TU-Kommission, nicht alle Übernahmen aus einer fremden Magisterarbeit seien mit wissenschaftlichen Standards vereinbar. Aber Wöller darf den Titel behalten.

Margarita Mathiopoulos

Die Unternehmerin und frühere FDP-Beraterin übersteht 1991 an der Uni Bonn eine Plagiatsüberprüfung, nach einem erneuten Verfahren von 2011/12 wird ihr der Doktortitel aberkannt. Das Verwaltungsgericht Köln weist ihre Klage dagegen zurück, Mathiopoulos geht in Berufung. -ry

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