Zeitung Heute : Plansch und Tanz

Die argentinische Artistengruppe Fuerza Bruta eröffnete die Bread & Butter mit einer spektakulären Show. Zur Party legten 2ManyDJs auf.

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Gleich zweimal knallt es durch die Halle: Peng! Peng! Blut quillt durch das weiße Hemd des Mannes, aber er rennt so schnell weiter, als ob gleich der Winterschlussverkauf beginnt. Mit dieser wortwörtlichen Interpretation des Startschusses ist am Dienstagabend die weltweit größte Street- und Sportswearmesse Bread & Butter auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof eröffnet worden. Abgefeuert wurden dafür natürlich keine echten Waffen, sondern der Schusswechsel gehörte zur Show des argentinischen Artistikensembles Fuerza Bruta. Gezeigt wurde sie im „High Voltage Club“, der extra für die Ausstellungstage aufgebaut worden ist.

Fast 2500 Gäste kamen zum Eröffnungsabend, bei dem später auch 2ManyDJs auflegten. Zu den Besuchern gehörte auch Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum, der mit Anzug und Einstecktuch auffiel: „Das passt mir einfach besser, denn damit eine Jeans gut sitzt, muss man schon ein Six-Pack haben – und das habe ich nicht zu bieten, obwohl ich schlank bin“, sagte er. Moderatorin Sabine Christiansen hatte praktischerweise gleich ihren persönlichen Modeberater mitgebracht – ihren Mann Norbert Medus, der Inhaber einer Jeansmarke ist. „Ich darf für ihn Sachen oft ausprobieren und weiß dadurch immer schon, was in der kommenden Saison angesagt ist.“ Ein Blick auf Christiansens Beine verriet: leichte Jeans in Chino-Qualität.

In Sachen Ausblick waren die prominenten Gäste am Dienstag allerdings im Nachteil. Zwar wurden sie in einem abgetrennten Bereich bewirtet, doch wer die Show miterleben wollte, musste sich unter die Menge mischen. Die Zuschauer wurden Teil der Show, die zwischen wilder WG-Party, Wet-T-Shirt-Contest und Drahtseilakt zu verorten ist: Die fünf Frauen und drei Männer, alle Schauspieler, Tänzer oder Artisten und mit Fuerza Bruta auf Weltreise zwischen Buenos Aires, New York, Israel, Taiwan und Belgien, feuerten Kissen und Papierschnipsel durch die Halle, wirbelten an den Wänden entlang und ließen über die Köpfe der Zuschauer silberne Plastikfolien wie Wellen hinwegrollen. Wer nicht aufpasste, wurde sogar nass: Unter der Decke schwebte ein überdimensionales Planschbecken mit durchsichtigem Boden, in dem die Frauen hin- und herrutschten, krabbelten, kreischten. Mal sprangen sie von den seitlichen Begrenzungen, so dass die Zuschauer erschrocken zurückwichen. Dann wurde die Plattform so nah auf das Publikum herabgesenkt, dass die Körper durch das dicke, sich biegende Plastik fast berührt werden konnten. Richtig auf Tuchfühlung gehen die Gäste der B&B aber erst ab dem heutigen Mittwoch, wenn die Aussteller ihre neuen Kollektionen präsentieren. Zweimal wird die Show von Fuerza Bruta bis dahin noch gezeigt. Mit Startschuss. Anke Myrrhe/Sonja Pohlmann

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