Zeitung Heute : Player in der weltweiten Forschung

Jörg Steinbach
Foto: TU Presse/Dahl
Foto: TU Presse/Dahl

„E-Mobility“ ist in aller Munde. Elektro-Zapfsäulen sieht man immer häufiger an Berlins Straßen. Ein Motor für diese Entwicklung ist die Wissenschaft. Auch die TU Berlin engagiert sich stark und will eine Vorreiterrolle in diesem Zukunftsfeld einnehmen. Erst kürzlich konnte ich dazu eine wichtige strategische Partnerschaft besiegeln. Gemeinsam mit der renommierten Shanghai Jiao Tong Universität werden wir verschiedene Forschungsprojekte zu „E-Mobility“ angehen. Im Fokus stehen dabei leichte Materialien für Elektrofahrzeuge, die Weiterentwicklung der alternativen Antriebs- und Batteriesysteme sowie der nötigen Infrastruktur zur Massenproduktion. Außerdem wollen wir Prototypen entwerfen, die in beiden Ländern als Vorführmodelle genutzt werden können.

Die Aktivitäten reihen sich ein in den Aufbau eines deutsch-chinesischen Forschungsnetzwerkes in der Elektromobilität, das zwischen fünf chinesischen Top-Universitäten und dem deutschen TU9-Verbund im Juni 2010 im Beisein von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihrem chinesischen Amtskollegen Wan Gang initiiert wurde. In beiden Ländern ist das Thema aktuell. Der im August 2009 vom Bundeskabinett verabschiedete nationale Entwicklungsplan Elektromobilität bildet den Rahmen für die künftige Weiterentwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland. Darüber hinaus wurde die Region Berlin/Potsdam zum Testzentrum für Elektromobilität in Deutschland ernannt.

Die chinesische Regierung fördert die Entwicklung und Einführung alternativer Antriebe über verschiedene Programme; auch werden verstärkt internationale Kooperationen gebildet. Im Rahmen des Programms „10 Städte, 1000 alternative Antriebe“ sollen ausgewählte Kommunen bis zum Jahr 2012 Flotten von je 1000 alternativ angetriebenen Fahrzeugen aufbauen. So sollen bis zum Jahr 2011 rund fünf Prozent der landesweit verkauften Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausgerüstet sein.

Ein anderes neues Netzwerk trägt ein ähnliches Potenzial in sich. Die TU Berlin gehört zum Gründungsmitglied des „World Cities World Class (WC2) University Network“, das im September in London gegründet wurde. Ziel ist es, Spitzenuniversitäten, die im Zentrum bedeutender Weltstädte liegen, zusammenzubringen, um eine bessere Kooperation zwischen Universitäten, Regierungen und der Wirtschaft zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt dabei den für die Gesellschaft besonders interessanten Bereichen Kultur, Umwelt und Politik.

Dies zeigt, dass wir dank unserer starken internationalen Vernetzung globale Themen erschließen und Innovationen vom Standort Berlin aus vorantreiben.

Der Autor ist Präsident der TU Berlin.

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