Zeitung Heute : POKER UM TV-GELD

BORDEAUX .Die Medienpolitik der argentinischen Nationalmannschaft verärgert bei der WM nicht nur nur die internationalen Pressevertreter, sondern auch den Weltfußballverband FIFA.Da das Team des zweimaligen Weltmeisters einen Exklusivvertrag mit dem Unternehmen "Torneos y Competencias" ("Turniere und Wettbewerbe") hat, geizen die Stars um Torjäger Gabriel Batistuta mit Interviews.So lief Ariel Ortega nach dem 1:0-Sieg am Freitag abend gegen Kroatien in Bordeaux zum wiederholten Mal wortlos an den wartenden Journalisten vorbei.FIFA-Sprecher Keith Cooper bezeichnete das Verhalten der Argentinier als "einen schwierigen Fall, der uns Sorgen macht".

Daß die Spieler kaum noch für Einzelinterviews zur Verfügung stehen, erzürnt vor allem die argentinischen Presseleute.Nach Angaben der Tageszeitung "La Nacion" hat Trainer Daniel Passarella von "Torneos y Competencias" zwei Millionen Dollar für Beiträge erhalten, die vom TV-Sender "Canal 13" ausgestrahlt wurden.Dieses Geld wurde an die Spieler verteilt.Danach soll Passarella weitere eineinhalb Millionen angeboten bekommen haben, um dem Fernsehkanal die Exklusivität bei Interviews während der WM zu sichern.Da Carlos Avila, Chef von "Torneos y Competencias", auch dem TV-Konkurrenten "Telefe" Beiträge verkaufte, kam es jetzt zu Verwirrungen.

Die Spieler bestreiten teilweise, einen Exklusivvertrag abgeschlossen zu haben."Ich habe nichts unterschrieben", sagt Roberto Ayala.FIFA-Pressesprecher Cooper hat sich in dieser Angelegenheit bereits an den argentinischen Verbandspräsidenten Julio Grondona und Delegationschef Raul Gamez gewandt, jedoch erfahren, "daß Passarella die Entscheidungen trifft".Grondona liegt seit längerem mit dem Nationaltrainer im Clinch.Der Funktionär, spotten die argentinischen Medien, darf das als "bunker passarelliano" benannte Trainingscamp in der Nähe von St.Etienne nicht ohne Ankündigung betreten.

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