Zeitung Heute : Politiker wollen die TV-Show nicht auf dem Bildschirm sehen

Die geplante TV-Show "Big Brother" hat am Mittwoch unter Politikern heftige Reaktionen ausgelöst. Die Bundesregierung kritisierte die umstrittene Fernsehsendung des Privatsenders RTL 2, die ab 1. März ausgestrahlt werden soll, als "skandalös". Diese Sendung entspreche "nicht unserem Niveau", erklärte der Parlamentarische Wirtschafts-Staatssekretär Siegmar Mosdorf (SPD) in einer medienpolitischen Debatte im Bundestag. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) sieht jedoch keine Chance für ein vorsorgliches Verbot von "Big Brother". "Fernsehsendungen können nicht präventiv verboten werden", sagte Clement am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags. Die Politik werde allerdings nicht tatenlos zusehen, wenn in der Sendung Menschen in menschenunwürdiger Weise dargestellt würden. Clement will das Thema deshalb auf die Tagesordnung der Ministerpräsidentenkonferenz setzen. Er warf den Programmverantwortlichen von RTL 2 vor, sie wollten die bisher geltende Grenze zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen überschreiten. "Selbst hohes Zuschauerinteresse rechtfertigt eine solche Sendung nicht", sagte er. Clement forderte die Privatsender auf, ähnlich wie für ihre Talkshows am Nachmittag Grundsätze für dieses neue Sendeformat zu entwickeln. Die Landesmedienanstalten müssten eine gemeinsame Linie gegen diese "Menschenversuche auf dem Bildschirm" finden.

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