Zeitung Heute : Postkarten von den Bahamas

FRANK NOACK

Tiere ohne Sinn und Verstand in "Zeus & Roxanne"Wie oft läßt sich das Thema der ungewöhnlichen Freundschaft noch variieren? Nachdem keine zwischenmenschliche Kombination mehr übriggeblieben ist, sind jetzt offenbar die Tiere an der Reihe, aber was um alles in der Welt soll ein Delphin mit einem Hund anfangen? Es ist eine unmögliche Kombination, deswegen kommt "Zeus & Roxanne" auch trotz der professionellen Regie von George Miller nie so richtig in Fahrt.Von einer aufregenden Sequenz abgesehen, in der das Delphinweibchen Roxanne seinen vierbeinigen Freund Zeus vor Haien rettet, sind den Drehbuchautoren keine Situationen eingefallen, die die beiden zusammenbringen könnten.Also müssen ein Herrchen (Steve Guttenberg) und ein Frauchen (Kathleen Quinlan) her, die sich ineinander verlieben.Die wiederum haben Kinder, die Dummheiten anstellen.Ständig passiert etwas, aber nichts ergibt einen Sinn. Kathleen Quinlan, seit rund zwanzig Jahren wohl eine der meistunterschätzten Schauspielerinnen Hollywoods, hinterläßt als Meeresbiologin Marybeth dennoch einen glänzenden Eindruck: amazonenhaft und anmutig zugleich, ist ihre Affäre mit der Kamera unbedingt sehenswert.Überhaupt, die Kamera! Eine Postkartenansicht von den Bahamas löst die nächste ab; teure Postkarten, die man nicht verschickt, sondern einrahmt."Zeus & Roxanne" ist der Film zum Reisekatalog.FRANK NOACK

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