Zeitung Heute : Preiswert durch do-it-yourself

KURT SAGATZ

Für den langfristig angelegten Gang ins Netz ist sicherlich die Zusammenarbeit mit einem kommerziellen Internet-Provider mit den entsprechenden Erfahrungen im Web-Publishing die beste Lösung.Für Preise um die 2000 DM wird so die Erstpräsenz im Internet professionell gewährleistet.Doch es geht auch billiger, vor allem dann, wenn man anfangs erst einmal ein paar eigene Erfahrungen sammeln will, um später in aller Ruhe den richtigen Provider-Partner zu suchen.Auch wenn selbstgestrickte Lösungen nicht mit den Ergebnissen der Profis mithalten können, läßt sich im Do-it-yourself-Verfahren schon einiges erreichen - und das nahezu zum Nulltarif.In den meisten Büros sind schließlich die entsprechenden Werkzeuge bereits vorhanden.Wer mit Windows 95 oder 98 arbeitet, dabei die neuesten Versionen von Internet Explorer oder Netscape Communicator verwendet und darüber hinaus MS Office, Lotus SmartSuite oder StarOffice benutzt, hat mit Ausnahme eines Internet-Accounts alle Tools zum Erstellen und Publizieren von Web-Sites auf seiner Festplatte.Und auch der Online-Zugang ist sowohl preislich wie technisch keine Hürde.

Der grundsätzlich wichtigste Schritt bei der Do-it-yourself-Variante ist, sich ein grobes Konzept für den Auftritt im Netz zurechtzulegen.Welche Informationen sollen zugänglich gemacht werden, wie kann man die Informationen strukturieren und welche Interaktionsmöglichkeiten sollen die Nutzer erhalten? Die richtigen Antworten finden sich am besten bei Streifzügen im Netz.Daß es hier nicht darum gehen kann, bereits bestehende Lösungen zu kopieren, ist selbstverständlich.Schließlich soll die eigene Web-Site einen eigenen Charakter haben.Andererseits spricht nichts dagegen, gute Ideen aufzugreifen und in die eigene Homepage zu integrieren.

Das wichtigste Werkzeug zum Erstellen einer eigenen Homepage ist die Textverarbeitung.Egal ob nun von Microsoft, Lotus oder StarDivision, sie alle sind in der Lage, Dokumente im Internet-Format HTML zu generieren.Auf diesen Seiten können Bilder und Grafiken eingebunden werden, die Verlinkung mit anderen Web-Seiten oder die Einbindung von klickbaren E-Mail-Adressen ist eine Selbstverständlichkeit.Der große Vorteil beim Einsatz einer Textverarbeitung besteht darin, daß man in einer gewohnten Umgebung arbeitet und die Programme die entsprechenden Layouts bereits mitbringen.Natürlich sind die Möglichkeiten der Textverarbeitungen begrenzt.Web-Sites mit Rahmen werden beispielsweise zumeist nicht unterstützt.Gleichwohl ist man beispielsweise mit Winword 97 sehr wohl in der Lage, auch mittelgroße Web-Sites mit einer Einstiegsseite und diversen hierarchisch darunterliegenden Seiten zu gestalten und zu verwalten.Als Kontrolle für das richtige Aussehen wird einfach der installierte Browser benutzt, denn auch die lokal auf der Festplatte befindlichen HTML-Dokumente lassen sich damit anzeigen.Der nächste Schritt nach der Erstellung der Homepage ist die Veröffentlichung der Dateien im Internet selbst.Online-Dienste wie AOL oder CompuServe verwenden dafür spezielle Tools, die den Mitgliedern unentgeltlich zum Download angeboten werden.Auf den entsprechenden Seiten wird zudem erklärt, wie der weitere Ablauf zum Publizieren aussieht.Wer einen Internet-Account bei T-Online oder einem echten Internet-Provider hat, benötigt keinerlei speziellen Upload-Hilfen, hier reicht der im Internet Explorer von Microsoft enthaltene Publishing-Assistent oder das Netscape-Gegenstück aus dem Communicator aus, um die Dateien per File Transfer Protocol (FTP) auf den Web-Server zu schicken.Beide Assistenten helfen Schritt für Schritt bei der Eingabe der notwendigen Informationen, die man sich zuvor von der Hotline des Internet-Providers oder des Online-Dienstes besorgt haben sollte.Der letzte, aber nicht minder wichtige Schritt bei der Veröffentlichung des eigenen Web-Angebots ist die Anmeldung der eigenen Seite bei den wichtigen Suchmaschinen.

Die Veröffentlichung eines selbstgestalteten Angebotes im Internet kann natürlich den professionell organisierten Gang ins Netz nicht ersetzen.Auf Dauer ärgerlich ist sicherlich auch, daß man bei dieser Lösung meist über keine eigene Domain wie www.meinefirma.de zu erreichen ist.Kommerziellen Web-Designern stehen überdies weit mehr Werkzeuge zum optisch anspruchsvollen Gestalten der Seiten zur Verfügung.Auch die Einbindung von Datenbanken, die Nutzung von dynamischen Webseiten oder die Programmierung von Java-Applets zur Auffrischung des Web-Angebots übersteigen in der Regel die eigenen Möglichkeiten.Dafür bietet die Do-it-yourself-Variante den großen Vorteil, daß man auf diese Weise eine Menge über die Zusammenhänge des Internets lernt und somit für spätere Gespräche mit einem Provider-Partner besser gerüstet ist.

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