Zeitung Heute : Private Equity als Beimischung für Privatanleger

Kleinere Summen und Absicherung möglich

Daniel Rhee-Piening

Die Börsenzeiten sind unsicher. Da klingt das Versprechen einer Kapitalanlage mit zweistelliger Renditeaussicht ohne Verlustrisiko unseriös. Und doch könnte es eine solche Alternative geben. Das Stichwort ist Private Equity, oder Venture Capital. In den USA werden die beiden Begriffe meist synonym gebraucht, in Deutschland versteht man unter Private Equity eine Investition in das Eigenkapital von nicht börsennotierten Unternehmen. Mit Venture Capital wird eine Unterform bezeichnet, es ist im wahrsten Sinne Risikokapital.

Einen Private-Equity-Anteil von rund 2,5 Prozent am Vermögen halten Christian Diekmann und Peter Schwanitz, Geschäftsführer der Oppenheim Private Equity Holding für große Vermögensbestände für angemessen. Seriös gemanagt sei außerbörsliches Beteiligungskapital eine gute Beimischung. Auch die deutschen Versicherungen entdecken Private Equity wieder. Nach einer Umfrage von Feri Institutional Management wollen die deutschen Versicherer den Portfolioanteil ihrer Private-Equity-Geldanlagen im Durchschnitt von 0,64 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,23 Prozent im kommenden Jahr steigern. Dies würde bedeuten, dass das Anlagevolumen von vier auf 14 Milliarden Euro steigt. Marktführer Allianz strebt laut Feri eine Größenordnung von etwa drei Prozent an, Signal Iduna langfristig von fünf Prozent.

Eine Menge Kapital drängt also in den Markt und manchem Anleger mögen da Bedenken kommen, ob sich das Geld überhaupt bei guten Adressen investieren lässt. Felix Goedhardt, Vorstand der Equitrust und Manager der Nordcapital Private Equity-Fonds ist da sehr zuversichtlich. In Deutschland gebe es einen enormen Nachholbedarf, was Private Equity angehe. Die deutschen Unternehmen hätten eine im internationalen Vergleich niedrige Eigenkapitalquote. Und auf Grund des schwierigen Marktumfeldes und einer schwachen Weltkonjunktur seien die Einstiegspreise im Private-Equity-Bereich seit dem Frühjahr 2000 stark gefallen. Die Private-Equity-Experten der ING BHF-Bank werten die aktuelle Marktphase ebenfalls als äußerst günstigen Einstiegszeitpunkt für Beteiligungen.

Private Equity kann also eine durchaus lohnende Alternative zu anderen Anlageformen sein, doch war diese in der Vergangenheit vorwiegend großen Investoren vorbehalten. Hier schaffen in jüngster Zeit „Dachfonds“ Abhilfe. Der neue Dachpool VCM V etwa bietet Privatanlegern Zugang zu professionell gemanagten Beteiligungsprogrammen für US-Venture-Capital. Produktinitiatoren sind die ING BHF-Bank und VCM Venture Capital Management.

Der von der Nordcapital gemeinsam mit der WGZ Bank Westdeutsche Genossenschaftsbank-Zentralbank angebotene Fonds Garant II berücksichtigt eine andere Befürchtung der privaten Kleinanleger. Es lässt sich nämlich trotz aller guten Aussichten nicht wegdiskutieren: Private Equity ist auch mit einem hohen Risiko, nämlich dem Totalverlust verbunden. Beim Garant II sichert die WGZ-Bank sämtliche Investitionen in den Fonds zu hundert Prozent ab. Das heißt, der Anleger bekommt zum Ende der maximalen Laufzeit zumindest sein eingesetztes Kapital zu 100 Prozent zurück – dann natürlich unverzinst. Die Mindestzeichnungsumme des Fonds beträgt 5000 Euro, der Aufpreis (das so genannte Agio) fünf Prozent, die Laufzeit zwölf Jahre.

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