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Der Tagesspiegel

Kinder haben ein Recht darauf, die bestmögliche Bildung zu erhalten. Deswegen haben ihre Eltern geradezu die Pflicht, darauf zu achten, auf welche Schule sie ihr Kind schicken wollen. In einer Stadt wie Berlin ist das eben nicht so einfach wie in einer Kleinstadt, in der es sowieso nur eine in Frage kommende Schule gibt, auf die alle gehen müssen. Einerseits ist in der Millionenstadt Berlin das Qualitätsgefälle riesig, andererseits gibt es jede Menge besonderer Angebote, zweisprachige Erziehung etwa oder musische Schwerpunkte. Die Qualität einer Schule können Eltern nur bewerten, wenn sie verlässliche Daten über die Bildungseinrichtungen haben und Hilfen an die Hand bekommen, wie sie diese gewichten sollen. Am einfachsten geht das mit einer Rangliste. Deshalb kann es nur sinnvoll sein, die Ergebnisse der an Pisa beteiligten Schulen in einem Ranking zu veröffentlichen. Warum soll man diese Daten, wenn man sie schon hat, nicht auch bekannt und nutzbar machen? Selbst wenn sie keinen vollständigen Überblick über die Berliner Schullandschaft geben, Anhaltspunkte bieten sie allemal. Sicher wird es für Einrichtung, die schlecht abschneiden, bitter sein. Denn sie müssen damit rechnen, dass Eltern aus bildungsinteressierten Häusern ihre Kinder dort nicht hinschicken werden und ihnen nur der problematische Rest bleibt. Aber das darf im Interesse der Kinder kein Grund sein, die Daten geheimzuhalten. Vielmehr muss es ein Ansporn für die Schulen und die Bildungspolitiker sein, dort alles zu tun, um die Qualität zu steigern. Sigrid Kneist

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