Zeitung Heute : Problem Awacs

Warnsystem und Kriegswaffe?

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Was es ist: Awacs ist die Abkürzung für „Airborne Warning and Control System“. Die umgebauten Düsenmaschinen vom Typ Boeing 707 werden zur Luftraumüberwachung eingesetzt. Ihr typischer tellerartiger Aufsatz enthält ein Hochleistungsradar, das bis zu 400 Schiffe und Flugzeuge gleichzeitig erfassen kann. Nur drei Awacs im Verbund können ein Gebiet von der Größe Europas überwachen. An Bord der Maschinen sind zugleich FeuerleitOffiziere, die der eigenen Luftwaffe den Weg zu angreifenden Flugzeugen und gegnerischer Flugabwehr zeigen.

Wo Awacs stationiert ist: Heimatbasis der 17 Maschinen ist seit 1982 der Nato-Frühwarnverband in Geilenkirchen bei Aachen.

Wer die Maschinen fliegt: Die Awacs-Flugzeuge sind Teil einer Nato-Einheit, die wie die gesamte Luftverteidigung des Bündnisses auch in Friedenszeiten direkt der Nato unterstellt ist. Aus diesem Grund werden die Maschinen von Soldaten vieler Nato-Partner betrieben. Zum Nato-Verband in Geilenkirchen gehören etwa 1800 Soldaten. Gut ein Drittel der fliegenden Besatzungen sind Deutsche.

Bündnishilfe oder Kriegshilfe : Die Bundesregierung bezeichnet den Awacs-Einsatz über der Türkei als rein defensiv, er diene nur der Abwehr eventueller Angriffe auf den Bündnispartner. Das setzt voraus, dass die Späher, vor allem aber die Feuerleit-Soldaten an Bord der Maschinen jeweils genau unterscheiden können, ob ein anfliegendes irakisches Flugzeug als Angriff auf die formal nicht am Irak-Krieg beteiligte Türkei zu bewerten ist oder ob das Flugmanöver noch zu diesem Krieg gehört. In dem Moment, in dem die Türkei offiziell oder – etwa durch einen großen Truppenvormarsch ins Nachbarland – faktisch in den Krieg eintreten würde, wäre diese Unterscheidung naturgemäß hinfällig. Tsp

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