Zeitung Heute : Prognose: Mehr Geld für Rentner

Vor allem im Osten sollen Altersbezüge steigen.

Berlin - Die Altersbezüge für die 20 Millionen Rentner in Deutschland sollen in den nächsten Jahren deutlich stärker steigen als in der Vergangenheit. Diese Prognose stellt die Bundesregierung in ihrem Rentenversicherungsbericht, der am Mittwoch im Kabinett zur Beratung ansteht. Für die kommenden vier Jahre sei eine Erhöhung um 11,55 Prozent im Osten und um 8,5 Prozent im Westen zu erwarten, heißt es darin. Bis 2026 sei insgesamt mit einem Plus von 36 Prozent zu rechnen, was im Schnitt einer Steigerung von jährlich gut zwei Prozent entspreche. Sozialverbände und Opposition reagierten mit Skepsis auf die Vorhersagen.

Im Sommer nächsten Jahres könnten die rund vier Millionen Ost-Rentner mit einem Aufschlag um 3,49 Prozent rechnen, heißt es in dem Bericht. Das wäre das höchste Plus seit 1997 – und es läge noch um 0,5 Punkte höher als bisher angenommen. Im Westen bliebe der Aufschlag mit nur einem Prozent aber deutlich unter der erwarteten Inflationsrate von rund zwei Prozent. Die sogenannte Eckrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst läge dann auf Gesamtdeutschland bezogen bei 1276 Euro – was einem Rentenniveau von 48,9 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns entspricht. Derzeit beträgt es 49,6 Prozent.

2014 hätten die West-Rentner mit einer Steigerung um 2,33 Prozent zu rechnen, die Ost-Rentner mit 2,4 Prozent. Für 2015 wird den Rentnern im Westen mit 2,55 Prozent die größte Steigerung seit 1993 prognostiziert, die Ostrentner hätten 2,65 Prozent zu erwarten. Aufgrund der Lohnsteigerungen liegen die Aufschläge in Ostdeutschland in den kommenden Jahren durchgängig über denen des Westens. Damit würde sich der Rentenwert Ost bis 2016 von derzeit 88,8 Prozent auf 91,2 Prozent des Westniveaus annähern.

Ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung bestätigte die Annahmen grundsätzlich, betonte aber, dass es sich um reine Prognosen handle. Ähnlich zurückhaltend äußerte sich eine Sprecherin des Arbeitsministeriums: Die endgültigen Zahlen gebe es erst im März. raw

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