Zeitung Heute : Projekte im Vordergrund

KURT SAGATZ

Mit Office 95 können sich Anwender auf die Arbeit konzentrierenVON KURT SAGATZ

Wenn die neue Office-Version für Windows 95 etwas zeigt, dann dies: An den bereits vorhandenen Paketen, zumeist bestehend aus einer Textverarbeitung, einer Tabellenkalkulation und einem Präsentationsprogramm, ob nun von Microsoft, Lotus oder von StarDivision, war kaum noch etwas zu verbessern.Die Funktionalitäten von Windows-3.x-Anwendungen überschritten bereits zuvor meist den Bedarf der Anwender.Wenn nicht die Mitarbeiter durch aufwendige Schulungen im Umgang mit den Programmen unterwiesen wurden, lagen die zur Verfügung stehenden Ressourcen bereits in der Vergangenheit überwiegend brach. Daran wird sich auch mit dem neuen Microsoft-Office-Paket wenig ändern.Nur wer gelernt hat, die Möglichkeiten der Programme richtig zu nutzen, wird effektiver arbeiten.Geändert hat sich hingegen das zugrunde liegende Konzept von Office 95 (Update-Preis für die Professional-Version einschließlich der Datenbank-Anwendung Access: rund 800 DM).Nicht mehr die Anwendung, also die Textverarbeitung, die Tabellenkalkulation oder die Datenbank, steht im Vordergrund der Arbeit, sondern das zu bearbeitende Projekt.Frei nach dem Motto: "Man möchte keine neue Waschmaschine, sondern sauberere Hemden", finden sich nach der Installation des Office-Paket auf dem Windows-Schreibtisch zwei neue Arbeitsmappen, mit denen entweder neue Projekte erstellt oder bestehende weiterbearbeitet werden können.Je nach Aufgabenstellung können ein neues Dokument, eine neue Tabelle oder eine neue Datenbank erstellt oder bestehende Projekte auf den Bildschirm gebracht werden.Ausgangspunkt der meisten Arbeiten kann dabei das Dokument sein oder einer der zahlreichen vordefinierten Dokument-Entwürfe.Durch das verbesserte Einbetten - in der Fachsprache Object Linking And Embeding (OLE) genannt - von Tabellen oder Datenbank-Informationen muß Word so kaum noch verlassen werden. Voraussetzung für das reibungslose Einbinden von Objekten wie Tabellen oder Daten ist allerdings, daß genügend Rechen-Power zur Verfügung steht.Windows 95 läuft nur mit zumindest einem schnellen 486er mit 16 Megabyte Arbeitsspeicher vernünftig, und das Office-Paket entfaltet sein Können nicht unter Hardware-Ressourcen, die weniger bieten.Hier gilt die Devise: Wer mit Windows 95 und Office 95 arbeiten will, sollte lieber etwas mehr in die Hardware investieren, um nicht dauernd durch das System in seinem Elan gebremst zu werden. Ein ebenso wichtiger Grund, von der bisherigen Office-Lösung auf Office 95 umzusteigen ist neben dem neuen Nutzungskonzept sicherlich die Tatsache, daß Winword 7.0 oder andere Programme über die Zeit ebenso zum Standard werden wie bereits jetzt die Vorgängerversionen.Wer teamübergreifend arbeiten muß, ist darauf angewiesen, Dokumente oder Objekte schnell und reibungslos zur Weiterbearbeitung auszutauschen.Hier ist die gleiche Versionsnummer eines Programmes noch immer die beste Garantie für gute Ergebnisse. Die Ausrichtung des Paketes auf die Teamarbeit wird überdies durch die Integration des Arbeitsplaners Schedule+ deutlich, mit dem Projekte, Termine und Kontakte verwaltet werden können.Auch die Einbindung der Sendefunktion in die einzelnen Anwendungen erleichtert die Arbeit im Team.Soll ein Dokument weitergereicht werden, kann beispielsweise aus Word heraus die Postzentrale Exchange aktiviert werden, die dann die Übermittlung des Projektes erledigt, wenn gewünscht mit Empfangs- oder Lesebestätigung. Auch wenn die bisherigen Office-Lösungen zur Aufgabenbewältigung meist schon ausreichten, vor allem, nachdem sich die Nutzer erst einmal auf die Besonderheiten jedes Programmes eingestellt hatten, bieten Office 95 und die darin enthaltenen Komponenten doch einiges Neues: In Word wurden zusätzliche Assistenten zur Bewältigung der anstehenden Arbeiten integriert, die Rechtschreibprüfung läuft auf Wunsch ständig im Hintergrund, die Funktionen AutoFormat und AutoKorrektur wurden erweitert.Auch in Excel wurde viel Wert auf die Automatisation von Aufgaben gelegt. Mit Spannung wurden die Neuerungen für die Datenbank-Anwendung Access erwartet, die erst mit einiger Verzögerung zum Jahresende 1995 auf den Markt kam.Herausgekommen ist ein Produkt, mit dem sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene schnell zum Ziel kommen.Verantwortlich dafür sind, wie auch in den übrigen Office-Anwendungen, zahlreiche Assistenten und Tools, die Antworten auf die Fragen zur Lösung eines Problems geben.Auch ist der Austausch von Access-Daten mit anderen Office-Komponenten per Drag und Drop (Ziehen und Fallen-Lassen) verbessert worden, um auch hier Teamgeist und Projektdenken zu fördern.

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