Zeitung Heute : Psychische Störung?

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10 000 internetsüchtige Jugendliche allein in Berlin – die Meldung machte in dieser Woche Schlagzeilen. Doch offiziell gibt es die Internetsucht nicht. Weder die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine eigene Definition für das Problem, noch erkennen deutsche Krankenkassen das ungehemmte private Surfen als psychische Störung an. Es gäbe zwar Kriterien hierfür, sagt der Psychologe André Hahn, der bis vor einem Jahr an einer Studienreihe zu Internetsucht an der HumboldtUniversität mitarbeitete, diese würden aber nicht einheitlich angewandt. Die erste und bisher einzige Selbsthilfegruppe in Deutschland (siehe Interview) musste 2001 ihre Arbeit aus Finanznot einstellen. Anfragen an die Drogenbeauftragte des Bundesgesundheitsministeriums blieben erfolglos. Dort heißt es: „Das Problem Internetsucht wird von uns durchaus als solches erkannt und auch derzeit geprüft. Zur Zeit sehen wir seitens des Gesetzgebers jedoch keinen Handlungsbedarf.“ dif

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