Zeitung Heute : Putins Staatspreis für einen neuen Laser

Forscher aus Berlin und Petersburg betreten Neuland in der Physik

Luise Gunga

„Die deutsche Grundlagenforschung hat für Russland eine große Bedeutung“, sagt Nikolai Ledentsov, Professor am Abraham Ioffe Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Er gehört zu der deutsch-russischen Arbeitsgruppe um den Physik-Nobelpreisträger Zhores Alferov, dem Leiter des Ioffe-Instituts. Sein Berliner Partner ist Dieter Bimberg, Direktor des Instituts für Festkörperphysik der TU Berlin.

Nikolai Ledentsov ist erst Anfang vierzig. Er zählt zu den besten Wissenschaftlern in der Entwicklung von Quantenpunkt-Lasern, einem Spezialgebiet der Festkörperphysik. Seit zehn Jahren arbeitet er eng mit Dieter Bimberg zusammen. Zurzeit besetzt er eine Mercator-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der TU Berlin.

Seit 1993 haben die Forscher aus Berlin und St. Petersburg in der Erforschung von Quantenpunkt-Lasern große Erfolge erzielt. Sie stießen in die atomaren Strukturen der Nanotechnologie bei Halbleitern vor. Dieter Bimberg, Zhores Alferov, Nikolai Ledentsov und sein Kollege Vitaly Shchukin wurden in diesem Jahr vom russischen Staatspräsidenten Vladimir Putin mit dem Staatspreis für Wissenschaft und Technik der Russischen Föderation geehrt. Dieter Bimberg ist seit 1950 der erste Ausländer, dem diese Ehrung zuteil wurde. Der Staatspreis würdigt die Leistungen der Wissenschaftler in der „Grundlagenforschung der Bildungsprozesse und Eigenschaften von Heterostrukturen mit Quantenpunkten und die Herstellung der Laser auf dieser Basis“. Ledentsov wird der erste ausländische Dozent an der in Gründung befindlichen „International Postgraduate School of Engineering and Advanced Technologies“ der TU Berlin sein.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar