Zeitung Heute : Querbeet

Hobbygärtner holen sich gern mal neue Ideen jenseits der eigenen Scholle. Etwa auf Reisen. Hier ein paar Anregungen

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Sie sind ein gärtnerisches Kleinod inmitten des Lago Maggiore. Die Rede ist von den Brissago-Inseln im Kanton Tessin (Schweiz). San Pancrazio (auch Grande Isola genannt) ist die größere der beiden Inseln und beherbergt einen herrlichen botanischen Garten, der in diesem Sommer sein 60-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass ist eine große Ausstellung zur Geschichte der Insel geplant. Die Inseln standen von 1885 bis 1927 im Besitz der deutsch-russischen Baronin Antoinette de Saint Léger, die dort einen botanischen Garten errichtete. Aber auch ohne Jubiläum ist der traumhaft gelegene Garten mit seinen 1700 Pflanzen aus aller Welt eine Reise wert. Im Internet: www.isolebrissago.ch Foto: Picture Alliance / Bildagentur Huber

USA-Urlauber können es in New York noch abgefahrener haben. Dort ist die Keimzelle der sogenannten Guerilla-Gärtner, die öffentliche Plätze der Weltmetropole ohne Genehmigung mit Sonnenblumen, Lavendel oder Primeln bepflanzen. Die Bewegung gibt es zwar schon seit den 70er Jahren, derzeit erlebt sie aber einen mächtigen Auftrieb. Die schönsten Guerilla-Plätze unter: www.greenguerillas.org Foto: mauritius images

USA-Urlauber können die Gärten der früheren Sträflingsinsel Alcatraz vor San Francisco bei einer geführten Tour besichtigen. Zwar endete mit der Schließung des Gefängnisses 1963 die Gartenpflege, aber für das Projekt „Historic Gardens of Alcatraz“ wurden alte Unterlagen zu Rate gezogen. www.gardenconservancy.org Foto: mauritius images

„Liebesgrüße aus Russland“ lautet das diesjährige Motto im niederländischen Keukenhof, der größten Blumenschau der Welt. Die Macher haben ein Mosaik mit den berühmten Kathedralentürmen vom Roten Platz in Moskau mit 65 000 Blumen gestaltet. Außerdem sind zwei Modellgärten nach russischem Vorbild bis Mai zu besichtigen. Die Holländer haben sogar eine russische Tulpe importiert, die schwarz und nach der russischen Märchenhexe „Baba Yaga“ benannt ist. www.keuken hof.nl Foto: Picture Alliance / dpa

„Cordoba und Madrid im Frühling“ heißt eine Tour des Veranstalters Baur Gartenreisen und verspricht die Möglichkeit, im Garten des spanischen Königspalastes zu flanieren, die blumengeschmückten Innenhöfe Cordobas zu erleben oder die frischen Frühlingsdüfte im südlichsten Rotbuchenwald Europas einzuatmen. Die meist zu Häusern in Privatbesitz gehörenden Höfe sind für Besucher normalerweise nicht zugänglich. Mit Flug, Fachreiseleitung und sechs Übernachtungen kostet die Tour Ende April gut 2000 Euro. www.baur-gar tenreisen.de Foto: dpa

Garten-Insel: Bananen, Zitrusfrüchte, Lorbeer, Weihnachtssterne, Palmen, Mandelbäume – irgend etwas blüht immer auf Teneriffa. Verteilt über die Insel gibt es zahlreiche Gärten und Parks, die einen Besuch lohnen. Hier nur die wichtigsten: Jardin Botanico in Puerto de la Cruz ist mit 400 000 Gästen jährlich der meistbesuchte. Der Bau begann im Jahre 1790, und 1792 wurden die ersten Pflanzungen vorgenommen. Ebenfalls in Puerto de la Cruz befindet sich der Jardin de Orquideas, dessen Hauptattraktion die Ansammlung von 350 verschiedene Orchideensorten ist. Im Süden liegen die Jardines del Atlantico. Besucher bekommen einen Querschnitt über die wichtigsten Gewächse der Insel geboten. Foto: mauritius images

Der Winter ist vorbei, die ersten Pflanzen strecken ihre zarten Blüten in die Höhe und geben den Startschuss für die Gartensaison. Wer ein paar Anregungen für die eigenen Blumenbeete und Gemüsegärten will, kann sich ja mal auf der Insel Reichenau umschauen, das Gartenfestival auf Chateau Chaumont besuchen oder eine Gartenkreuzfahrt nach England buchen. Hier einige Anregungen für alle reisenden Hobbygärtner quer durchs Jahr:

WAND-GÄRTEN

In großen Städten ist der Platz fürs Grün oft knapp. Deswegen geht man in Paris neue Wege, nämlich die Wände hoch: Ein französischer Botaniker gestaltet vertikale Gärten. Parkhäusern, Bürogebäuden oder Einkaufspassagen verpasst er Pflanzenteppiche, die sich von oben nach unten hangeln. Dutzende vertikale Grünstreifen gibt es in Paris bereits, besonders sehenswert: Für das Kaufhaus BHV (IV. Arrondissement) schuf der Botaniker ein riesiges Gartenfenster mit allen Grüntönen und grandioser Blütenpracht.

GARTEN-KREUZFAHRT

Die „Europa“ bricht im August auf Richtung England. Dann ist Platz an Bord für 25 bis 40 Gartenfreunde, die exklusive Einblicke in Anlagen bekommen sollen, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Veranstalter Hapag-Lloyd verspricht, die „Tradition der Gartenkunst nicht nur oberflächlich zu sehen, sondern sie beim Besuch hochherrschaftlicher privater Refugien und in Gesprächen oder privaten Teatimes mit ihren Besitzern zu erleben“. www.hlkf.de

STADT-GÄRTEN

Wer das begrenzte Platzangebot in der Innenstadt von Amsterdam kennt, vermutet hinter den schmalen Häuserfassaden wohl kaum üppige Gärten. Doch hinter den eleganten Stadthäusern und Kontorvillen verstecken sich wahre Oasen mit jahrhundertealten Bäumen. Für die Öffentlichkeit sind diese grünen Flecken nicht zugänglich – außer bei den „Open Tuinen Dagen“ vom 18. bis 20. Juni. www.opentuinendagen.nl

LEBENS-GÄRTEN

„Grünes Herz Österreichs“ wird die Steiermark genannt, weil es nirgendwo sonst im Land so viele öffentliche Gartenanlagen gibt. Im Sulamith-Garten in St. Kathrein werden Gäste mit Kräutermenüs verwöhnt, in den Parks um Schloss Eggenberg blühen 350 historische Rosensorten und im Vulkanland öffnen Dutzende Privatleute im Sommer ihre Lebens-Gärten. www.lebensgaerten.at

GÄRTEN IM UNTERGRUND

Grünes im Untergrund präsentiert die Stadt Lausanne von Juni bis September. Das Gartenfestival „Lausanne Jardins“ widmet sich der neuen Metrolinie, indem Landschaftsarchitekten die dunklen Stationen unter der Erde in bunt-blühende Landschaften verwandeln. Wer nicht dauernd unterirdisch wandeln will, kann die zahlreichen Parkanlagen und Garteninstallationen des Festivals in der Stadt erkunden oder einen Abstecher ins nahe Morges machen, wo bis August ein großes Tulpenfest stattfindet. www.morges.ch und www.lausanne-tourisme.ch

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