Zeitung Heute : Rätseln und Reisen: Entdeckungen im Naturpark

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Ein Wochenende für zwei Personen in Groß Schauen am Naturpark Dahme-Heideseen ist zu gewinnen. Inbegriffen sind zwei Übernachtungen mit Frühstück und ein Spezialitätenessen im Hotel "Köllnitzer Hof", das zur Fischerei und zum Fischereimuseum Köllnitz gehört (Hauptstraße 10, 15859 Groß Schauen, Telefonnummer: 03 36 78 / 69 60. Die Anfahrt muss individuell - am besten mit dem Auto - erfolgen. Möglich gemacht wird die Tour vom "Landurlaub in Brandenburg e. V.", der auch ein Gastgeberverzeichnis herausgegeben hat (Am Raubfang 6, 14469 Potsdam; Telefon: 03 31 / 50 00 37.

Brandenburg war letzte Woche auch Thema im "Reisefieber" täglich um 9 Uhr 45 in der Meridian 13-Sendung auf SFB 4 Radio Multikulti. Mit mehr Reiseinformationen werden fünf Fragen heute von 13 Uhr 05 bis 15 Uhr im "Reisefieber-Kompakt" auf 106,8 MHz wiederholt.

1. Natürliches

Für Berliner liegt die Natur gleich vor der Tür: Der Naturpark Dahme-Heideseen etwa - im Südosten - ist nur 30 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Fontane liebte die Gegend, und vieles ist noch so unberührt wie zu des Dichters Zeiten. An den Seeufern bleiben Sümpfe und Erlenbruchwälder sich selbst überlassen, der Schilfgürtel reicht mancherorts über 100 Meter ins Wasser hinein. Fast eine urweltliche Szenerie, in der nachts Fischotter auf Jagd gehen und Seeadler über den Wassern kreisen. Welcher Greifvogel sucht seine Beute noch hier?

2. Heimatliches

Die Episode wirft ein bezeichnendes Licht auf die Mentalität jener, die einst das Dahmeland besiedelten: Als Friedrich Wilhelm I. Anfang des 18. Jahrhunderts hungrig von der Jagd beim Müller der Neuen Mühle hinter Wusterhausen einkehrte, bekam er ein leckeres Schinkenomelette serviert. Der beglückte Preußenkönig stellte dem Müller einen Wunsch frei. Doch statt Goldtalern wünschte sich der Müller am Fluss Dahme - eine Schleuse. Denn im Wasser beziehungsweise im Schiffsverkehr sah der gute Mann seine Zukunft. Wasserstraßen waren das A und O im alten Preußen. 1746 wurde der Storkower Kanal angelegt. Auch mit einer ganz anderen Neuerung machte die Gegend Preußisch-Brandenburg Furore, und zwar auf den Tellern. Welches Nahrungsmittel war das, und wann verbreitete es sich hier?

3. Rebellisches

Brandenburg - das ist auch Aufrührertum. Eine rebellische Art, spröde und widerspenstig wie das Land, dem der Lebensraum zäh abgerungen wurde. Etwa wie von jenen Waldensern vor fast 700 Jahren, die man als Ketzer verbrannte, weil sie gegen die märkische Amtskirche aufbegehrten. Oder der Frauenrechtlerin Minna Cauer, die im 19. Jahrhundert unermüdlich Stimmrechtsvereine gründete. Neben dem Müllerburschen Jakob Rehbock, der sich - hochstapelnd - 1347 als Markgraf Waldemar ausgab und sieben Jahre lang regierte, zählt gewiss Heinrich Ludwig Tschech zu den eigenwilligsten Rebellen. Nachdem der unbestechliche Tschech jahrelang als Storkows Bürgermeister gegen die Korruption preußischer Beamter kämpfte, fiel er in Ungnade und verarmte. Aus Empörung schießt er am 26. Juli 1844 zwei Mal auf den beleibten Friedrich Wilhelm IV. - und verfehlt ihn. Tschech wird hingerichtet, und die Moritatensänger klagen: "Hatt wohl je ein Mann solch Pech / Wie der Bürgermeister Tschech / Dass er diesen dicken Mann / auf zwei Schritt nicht treffen kann." Revolutionäre Köpfe fühlen sich auch im 20. Jahrhundert angezogen. Im schmucken Bad Saarow kurt 1922 Maxim Gorki, Kurt Tucholsky kommt. Was gefiel ihnen hier? Vielleicht liefern folgende Zeilen ja den Schlüssel: "Der See - ein blaues Schauen / Im grünen Hügelland / Wie eingewiegt vom Blauen / Ein Traumglück: Saarow-Strand." Wer schrieb das?

4. Fischiges

Wo Seen sind, da gibt es Fische. Wenn man sie schützt. Im Jahr des Ökotourismus ist dieses Thema im Naturpark Dahme-Heideseen besonders wichtig. Dort, wo die Gewässer Brandenburgs in Ordnung sind, ist ihr Fischreichtum sprichwörtlich: Aale, Karpfen, Hechte, Barsche. Solche Bestände sind dankbarer Stoff für "Anglerlatein", denn Petrijünger übertreiben gern. Obwohl die ernüchternde Realität doch schon längst von Oscar Wilde auf den Punkt gebracht wurde: "Oft ist das einzige Erlebnis beim Angeln, dass der Wurm gebadet wurde." Ein beliebtes Objekt für Übertreibungen ist der Wels. Wie groß war der größte gefangene Fisch dieser Gattung in Brandenburg?

5. Was ist falsch?

Trotz des vielen Wassers - ein Meer hat Brandenburg nicht. Auch wenn Fontane den Scharmützelsee zum "Märkischen Meer" ausrief. Immerhin, einen Hauch von Nordsee gibt es im Naturpark Dahme-Heideseen. Wo zwischen Kolberg und Storkow salzhaltiges Wasser an die Erdoberfläche dringt, wachsen Salzbinse, Salzmilchkraut und Strand-Dreizack. Im benachbarten Schlaubetal gedeiht sogar Korallenwurz. Der Verein der Meeresfreunde Brandenburgs möchte zwischen Prieros und Lübben bald auch die baltische Nordlandmangrove kultivieren. Und das in einer Gegend, wo Förster früher Heydeläufer hießen, und heute darüber wachen, dass etwa die Camper am Kleinen Moddersee kein Lagerfeuer entzünden. Gut, dass es hier zum Löschen so viel Sand gibt: etwa die größte Binnendüne Deutschlands nahe Storkow. Welche der Behauptungen ist geflunkert?

Der Preis wird unter allen Einsendungen mit den fünf richtigen Antworten verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, genauso die Barabgeltung oder Übertragung des Gewinns. Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Die Antworten bitte auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion, 10876 Berlin. Einsendeschluss ist Dienstag der 9. April 2002 (Poststempel). In der letzten Woche war eine fünftägige Städtereise nach Madrid von Studiosus-Reisen zu gewinnen. Gewonnen hat die Reise Irene Winkler in 12099 Berlin. Die richtigen Lösungen: 1. Mayrit, Majerit oder Magerit. 2. zirka 21 Uhr 30. 3. Domenikos Theotokopoulos, 4. Teatro de la Zarzuela beziehungsweise Teatro Lírico Nacional, 5. Im Viertel Huertas gibt es keine Türsteher mit Don Quichote-Embleme auf dem Hemd.

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