Zeitung Heute : Rätseln und Reisen: Geführte Kulturreise für zwei nach Prag zu gewinnen
02.12.2001 00:00 UhrEine fünftägige Reise von Berlin nach Prag mit dem Intercity für zwei Personen gibt es in dieser Woche zu gewinnen. Für die geführte kulturhistorische Reise stehen zwei Termine zur Auswahl: vom 24. bis 28. April oder vom 9. bis 13. Oktober. Besichtigt werden unter anderem Altstadt, Hradschin, Wenzelsplatz und Vysegrad sowie bei einem Ausflug die Burg Karlstein. Urania KulTouren stiftet diese vom Berliner Veranstalter Windrose (Telefon: 030 / 20 17 21 44, Internet: www.windrose.de) organisierte Reise. Inbegriffen sind neben der Intercity-Bahnfahrt vier Übernachtungen im Doppelzimmer in einem zentral gelegenen Hotel mit Halbpension nahe der Karlsbrücke sowie alle Eintrittsgelder.
Um das Thema Prag ging es auch in der vergangenen Woche täglich im "Reisefieber" um 9 Uhr 45 in der Meridian 13-Sendung auf SFB 4 Multikulti. Die schnellsten Anrufer können stets mit der richtigen Antwort auf die Tagesfrage einen Reiseführer nach Wahl gewinnen. Mit mehr Informationen über die Reise werden diese fünf Fragen heute von 13 Uhr 05 bis 15 Uhr im "Reisefieber-kompakt" wiederholt. An der Auslosung des Reisepreises nehmen alle Einsendungen mit den fünf richtigen Antworten teil.
1. Theatrales
Eine stimmungsvolle Kulisse bietet Prag für zwei Dutzend Theater, darunter das Marionettentheater von "Spejbel und Hurvinek" oder die zahlreichen "Schwarzen Theater" mit ihren optischen Gaukeleien. Hinzu kommen drei Opernhäuser, 24 Museen, unzählige Jazzlokale und Galerien. Im Laufe der 90er Jahre wurde es schick, in die kreative Kulturszene der Hauptstadt Tschechiens einzutauchen. "Nová Scéna", die "Neue Szene", heißt das 1983 fertiggestellte Theater fürs Moderne, das vor 1989 auch dem Widerstand eine Bühne bot: Hier traf sich das oppositionelle Bürgerforum. Inzwischen hat dieses Theater den Namen seines Ensembles übernommen. Dort führt man ganz eigene Stücke auf, die den Besuchern zauberhafte Illusionen vorspiegeln. Ein fantasievolles Gesamtkunstwerk aus Film, Pantomime, Tanz und Schauspiel. Das Spektakel mit der verblüffenden Beleuchtung zog erstmals 1958 bei der Weltausstellung in Brüssel die Aufmerksamkeit auf sich. Und noch immer gelten die Vorführungen als einzigartig. Wie heißt dieses Theater, dessen Name an die Frühzeit des Kinos erinnert?
2. Geschichtliches
Unübersehbar thront "die Burg" über Prag, in der heute Präsident Vaclav Havel residiert. Eine Stadt über der Stadt. Fürst Borivoj I. legte im 9. Jahrhundert auf einem Felsen an der Moldau den Grundstein für den Hradschin. Seither hat jeder Regent an-, hinzu- und draufgebaut. Als Prag um 1600 unter Rudolph II. sogar Reichshauptstadt war, lag im Hradschin das geistige Zentrum. Rudolph zog die klügsten Köpfe seiner Zeit an den prächtigen Hof, darunter den Astronomen Johannes Kepler. Heute ist der Hradschin Touristenmagnet Nummer eins. Denn zwischen dem Alten Königspalast und dem St.-Veits-Dom, mit seiner Mischung aus Gotik, Renaissance und Barock, spürt man den Hauch der Geschichte. Beim Rundgang sieht man auch eine kleine mittelalterliche Straße, die an den Festungsmauern verläuft. Dort soll Rudolph II. seine Alchimisten einquartiert haben, damit sie ihm wieder die Staatskasse auffüllten. Nun ja, Legenden. Tatsächlich hingegen ging in dieser Häuserzeile Franz Kafka ein und aus. Er lebte und schrieb 1916/17 im Haus Nummer 22. Wie heißt die Straßenzeile im Hradschin, wo Franz Kafka einst für eine kurze Zeit arbeitete?
3. Bierseliges
Bier trinken genießt Kultstatus in Prag, denn uralt ist die Leidenschaft für Gerstensaft. Bereits 1082 wird hier die Brauereikunst urkundlich erwähnt. Kein Problem, in Prag einen 500 Jahre alten Bierkeller wie "U Fleku" in Neustadt zu finden oder ein Dunkelstarkbier im Thomaskeller zu probieren, das aus einer 1358 gegründeten Brauerei stammt. Von Tschechiens 60 Brauereien befinden sich allein drei in Prag. Von jeher galt in Prag: Kneipen sind Widerstandsnester und Bier der Brennstoff der Opposition. Ja, Prag darf sich sogar rühmen, seinen eigenen Existenzialismus hervorgebracht zu haben. Lautet doch ein alter Spruch der bierseligen Hauptstädter: "Wer nicht in die Kneipe geht, der existiert nicht." Wie heißen die Biere, die in den drei Brauereien Prags, hergestellt werden? Nennen Sie eins davon!
4. Revolutionäres
Popmusik war stets unverzichtbar für den Widerstandsgeist der Tschechen. Die aufrüttelnden Klänge der Rolling Stones beflügelten 1968 den Aufbruch unter Alexander Dubcek. Eine ganze Generation von Reformern wurde im "Prager Frühling" durch Rockkonzerte sozialisiert. Die Herzen öffneten sich, frischer Wind wehte durch die Köpfe. Als 1976 den Musikern der Rockband Plastic People der Prozess gemacht wird, entsteht die Bürgerrechtsbewegung Charta 77. Ihr berühmtester Initiator - der Dramatiker Vaclav Havel. Mit dem Zerfall des Sowjetimperiums 1989, gerät der Popsong abermals zum Kampfmittel. Die Oppositionellen stimmen sich ein mit Lou Reeds Gruppe Velvet Underground, allen voran Vaclav Havel. Nach unblutigen Massenprostesten wird der Dichter Präsident. Seine Liebe zum Rock ist nicht gerostet. Die Stones empfing er auf der Burg, und Frank Zappa ernannte er gar zum Kulturbotschafter. Lou Reed trifft er noch ab und zu. Mit welchem Namen wird von den Tschechen der Umsturz des kommunistischen Regimes im Jahr 1989 bezeichnet?
5. Was ist falsch?
Der Golem ist neben dem Soldaten Schweijk eine bekannte Fantasiegestalt, die Prag der Welt geschenkt hat. Ein gewaltiges Wesen aus Lehm. Der Sage nach hat im späten 16. Jahrhundert der Hohe Rabbi Wolf den Golem erschaffen - als starken Beschützer für die Juden des Prager Gettos. Um den Koloss zu erwecken, sprach der Rabbi das hebräische Zauberwort "Schem" aus und legte ihm das Zeichen des Lebens in den Mund. Der Golem erhob sich. Doch bald schon geriet er außer Kontrolle und wütete im Getto. Der Rabbi musste das Zeichen wieder entfernen, und alles Leben wich aus dem Golem. Die Überreste soll der Rabbi auf dem Dachboden der Altneusynagoge deponiert haben. Als Jahrhunderte später der "rasende Reporter" Egon Erwin Kisch auf den Dachboden stieg, um die Reste des "tönernen Homunkuluiden" zu finden, fand er statt dessen nur: Staub und eine Fledermaus. - Was ist hier falsch?
Die Lösungen bitte bis Dienstag (Poststempel 4. Dezember 2001) auf einer Postkarte an: Der Tagesspiegel, Reiseredaktion. 10876 Berlin. Wie immer gilt: Umtausch, Übertragung oder Barabgeltung des Preises sind ebenso wie der Rechtsweg ausgeschlossen. In der vergangenen Woche konnte ein Adventswochenende in das sächsische Elbland nach Meißen und Radebeul gewonnen werden. Gestiftet wurde die Reise vom Steigenberger Parkhotel Dresden-Radebeul und der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen. Gewonnen hat Markus Hofmann in 36129 Gernfeld. Die Lösungen der vergangenen Woche: 1. Hoher Berg oder Hoher Rücken, 2. 1000-Jahr-Feier Meißens, 3. 409 Hektar, 4. Lößnitzdackel; 5. Karl May war ein Mal in den USA. asw
Radeburg oder Radeberg - das war im Rätsel der vergangenen Woche eigentlich keine Frage. Denn der "Lößnitzdackel" dampft natürlich von Radebeul nach Radeburg, und nicht, wie wir schrieben, in die östlich von Dresden gelegene Bierstadt Radeberg. Wir bitten, die Verwechslung zu entschuldigen.








