Zeitung Heute : Rechtsextreme bauen Präsenz im Netz aus

Das Internet ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes für die rechtsextreme Szene in Deutschland zum "wichtigsten Propagandainstrument" geworden."Die Zahl der Homepages von Neonazis ist sprunghaft gestiegen", sagte der Sprecher des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Rüdiger Hesse.In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Zahl der rechtsextremen Seiten mehr als verfünffacht."Zur Zeit haben wir fast 200 Angebote von deutschen Neonazis registriert, weltweit sind es rund 450.Darin wird offen zu Anschlägen aufgerufen, werden Anleitungen zum Bau von Bomben gegeben.Hinzu kommt antisemitische und rassistische Hetze schlimmsten Ausmaßes", sagte Hesse.

Seit einiger Zeit durchforstet der Verfassungsschutz in Niedersachsen systematisch das Internet nach Informationen über die rechtsextreme Szene.Diese nutzt den Erkenntnissen zufolge vor allem Angebote amerikanischer Internet-Dienstleister."Die Dienstleister dort achten nicht darauf, welcher Inhalt publiziert wird", sagte Hesse.Da dies meist anonym geschehe, seien die Hintermänner der Homepages in Deutschland nur schwierig zu ermitteln.Hinter den deutschsprachigen Angeboten stecken laut Hesse vielfach "junge Leute, die mehr im Kopf haben als tumbe, draufschlagende Skinheads".Der Kampf gegen die rechtsextremen Angebote im Internet werde "in den nächsten Jahren eine der zentralen Aufgaben der staatlichen Sicherheitsbehörden - auch weil die Zahl der jungen Menschen, die das Internet nutzen, ständig steigt", sagte Hesse.

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