REGGAESeeed : Dickes B & die wilde 13

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Schon die schiere Manpower macht Seeed zum Live-Ereignis: Von ehemals elf Sängern, Trommlern, Zupfern und Bläsern ist der Berliner Reggae- Clan auf mittlerweile 13 Musiker angewachsen. Nicht ohne Grund sind Seeed auch außerhalb Deutschlands als atemberaubende Live-Performer bekannt – unter anderem in Jamaika. 1998 gegründet, wurde die Combo zur selben Zeit groß, als auch gewisse Berliner Fäkalrapper zu zweifelhaftem Ruhm aufstiegen. Dagegen waren Seeed mit ihrer groovenden Mischung aus Dancehall, Dub, Soul und Ska definitiv die bessere Wahl. Und sie hatten dem Hip-Hop nicht nur elegant den Rap entrissen, sondern waren auch besser angezogen. Der Durchbruch erfolgte 2001 mit „Dickes B“, einer der schönsten Berlin-Hymnen überhaupt und Zündsatz einer bis heute währenden Erfolgsstory. Überflügelt wurde die nur vom überraschenden Solo-Erfolg des Frontrappers Peter Fox.

Nach drei Echos, ebenso vielen Alben, zwei Top- Fünf-Singles und dem Sieg beim Bundesvision Song Contest folgte vor kurzem das selbst betitelte vierte Album, das erste seit sieben Jahren. Ein Bruch ist nicht zu erkennen, auch wenn die Band nicht mehr so stark auf Dancehall setzt, so dass die anderen Stile des Seeed-Kosmos mehr Platz zum Austoben haben. Seeed haben deutschsprachigen Pop auf angenehm undeutsche Weise zu etwas gemacht, was man ohne Bedenken „cool“ nennen kann. Besser noch – wenn von Seeed die Rede ist, nehmen nicht nur Berliner fast erstaunt das Wort „stolz“ in den Mund. Logisch, dass die Band bei ihren Shows in der Max-Schmeling-Halle Heimspiel hat – beide Konzerte sind ausverkauft.Erik Wenk

Max-Schmeling-Halle, Sa/So 8./9.12., 20 Uhr,

ausverkauft

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