Zeitung Heute : Regierung spricht mit Nokia

Berlin - Die Bundesregierung will mit der Führung von Nokia über das Bochumer Werk sprechen. Ein Treffen werde in Kürze in Berlin stattfinden, hieß es am Donnerstag im Bundeswirtschaftsministerium. An dem Gespräch würden „hohe Entscheidungsträger von Nokia“ sowie die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) teilnehmen. Auch Vertreter der Belegschaft und der IG Metall haben sich mit den Finnen zu Gesprächen verabredet. Nokia- Sprecherin Arja Suominen sagte in Helsinki, das Unternehmen sei bereit, seine Pläne zu erörtern, wolle diese aber nicht zurückziehen. „Unser Beschluss beruht auf einer sorgfältigen Prüfung und Fakten. Wir sind einfach zu der Überzeugung gekommen, dass Bochum als Standort nicht wettbewerbsfähig ist.“ Nokia hatte am Dienstag mitgeteilt, das Bochumer Handywerk mit 2300 Arbeitsplätzen schließen und den Großteil der Fertigung nach Rumänien verlagern zu wollen. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte dem Nokia-Management deshalb vorgeworfen, wie eine „Subventionsheuschrecke“ zu agieren, und die Rückforderung von Landes- und Bundeshilfen von knapp 90 Millionen Euro gefordert.

Bogdan Mazuru, Botschafter Rumäniens in Deutschland, betonte auf Anfrage das „stabile und attraktive Wirtschaftsklima“ in seinem Land, das Nokia, aber auch bereits „zahlreiche deutsche Firmen“ angezogen habe. Wenn in Bochum Stellen gestrichen würden, sei das „nicht als eine ,Schuld‘ Rumäniens zu betrachten“, sagte der Botschafter dem Tagesspiegel. Sein Land respektiere die von der EU festgelegten Wettbewerbsregeln.

Die Bochumer Betriebsratschefin Gisela Achenbach kündigte an, der finnischen Konzernleitung Vorschläge für die Zukunft des Unternehmens machen zu wollen. Die IG Metall will einen Unternehmensberater einsetzen, der die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts bescheinigen soll. alf/ame

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