Zeitung Heute : Reiserecht: Kururlaub und Storno

Kurlaub. Wer statt einer Kur vornehmlich Urlaub macht, kann keine Lohnfortzahlung von seinem Arbeitgeber erwarten. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen: BAG 5 AZR 685/98) in Erfurt entschieden. Der Kläger, ein Arbeitnehmer aus dem Saarland, hatte sich in der französischen Provence in einem Hotel statt in der Kurklinik einquartiert. In der Klinik verbrachte er nur einige Stunden am Tag.

Hänger. Nimmt ein Urlauberehepaar an einer Jeep-Safari teil und vertraut es auf die Fahrkünste eines Miturlaubers, so kann es von ihm keinen Schadenersatz wegen grober Fahrlässigkeit verlangen, wenn dieser einen Unfall verursacht, weil er falsches Schuhwerk getragen hat und zwischen den Pedalen hängenblieb. Vielmehr hätte sich das Ehepaar an einen professionellen Fahrer wenden müssen. (Urteil am Oberlandesgericht Hamm, Aktenzeichen: 26 U 21/99) W. B.

Entfernt. Flugkapitäne sind berechtigt, Passagiere, die nicht bereit sind, beim Start angeschnallt in einer aufrechten Position zu sitzen, notfalls (hier: mit Polizei-)Gewalt aus der Maschine zu entfernen. Dieses wurde auf dem Flughafen von Palma de Mallorca bei einer Frau praktiziert, die "aus gesundheitlichen Gründen" - wie sie angab - drei Plätze gebucht hatte, um den Flug liegend absolvieren zu können. (Urteil am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Aktenzeichen: 12a C 255/97) W. B.

Storno. Was tun, wenn eine Reise aus dringendem Grund storniert werden muss? Die Höhe der Stornierungskosten für eine nicht angetretene Reise orientiert sich in der Regel prozentual am Reisepreis. Je früher der Rücktritt erfolgt, desto niedriger die Kosten. Bei einem Rücktritt vom sechsten Tag vor dem Start an können die Stornokosten bereits 50 Prozent des Reisepreises betragen. Bevor der verhinderte Urlauber die Stornokosten bezahlt, sollte er folgende Alternativen beherzigen: Er kann versuchen, einen "Ersatzmann" im Kollegen- oder Freundeskreis zu finden. Auch eine Kleinanzeige im Reiseteil der regionalen Tageszeitung kann zum Erfolg führen. Im Internet gibt es darüber hinaus Reisebörsen, die sich auf die Vermittlung bereits gebuchter Reisen spezialisiert haben. Hat man einen Ersatzmann gefunden, wird die Reise auf dessen Namen umgeschrieben. Das Vertragsverhältnis allerdings bleibt zwischen dem ursprünglichen Reisenden und dem Veranstalter bestehen. Zahlt der Ersatzmann die noch ausstehenden Raten nicht, kann der Veranstalter den Reisepreis vom Erstbucher einfordern.

Auch durch eine Reisekosten-Rücktrittsversicherung können finanzielle Verluste abgefedert werden. Diese Investition lohnt sich bei teuren und lange im Voraus gebuchten Fernreisen. Die Kosten für die Versicherung betragen ein Prozent des Reisepreises. Die Versicherung erstattet die Stornierungskosten bis auf einen Selbstbehalt von meist 50 Mark zurück. Jeder Reisende muss eine eigene Versicherung abschließen.

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