Religion in Zeiten der Schweinegrippe : Nur mit Einschränkungen

Juliane Schäuble

CHRISTEN

Im Schweinegrippen-Ursprungsland Mexiko haben derzeit viele Kirchen geschlossen, wenn noch gepredigt wird, dann oft nur kurz. In Großbritannien, wo es ebenfalls viele Grippefälle gibt, wurde der Glaubensgemeinschaft geraten, sich beim Friedensgruß nicht mehr die Hände zu reichen. Die hiesigen Kirchen warnen dagegen davor, in Panik zu geraten. Bei der evangelischen Kirche heißt es: Aufs Abendmahl brauche keiner zu verzichten. Wer nicht aus dem Kelch trinken wolle, könne die Oblate auch eintunken.

JUDEN

Für strenggläubige Juden gibt es einen alten Brauch, der mehrmals täglich praktiziert wird. Wer ein Haus betritt, streicht mit seiner rechten Hand über die Mesusa – ein Kästchen, das in Israel an fast jeder Haustür oder anderen Eingängen angebracht ist und in dem sich eine kleine Kapsel mit biblischen Texten befindet. Anschließend küsst er seine Finger. Doch die Kapseln sind Viren- und Bakterienschleudern. Israelische Ärzte raten nun dazu, den Brauch wegen der Schweinegrippe nur noch anzudeuten.

MUSLIME

Am Wochenende beginnt für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan. Während dieser Zeit pilgern viele Muslime traditionell nach Mekka in Saudi-Arabien. Doch in diesem Jahr haben sich die Gesundheitsminister der arabischen Länder wegen der Schweinegrippe auf Einschränkungen verständigt: Kindern, Älteren, Schwangeren sowie chronisch Kranken soll die Pilgerreise untersagt werden. Zudem wird dazu aufgefordert, sich rechtzeitig impfen zu lassen.

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