Zeitung Heute : Respekt vor Wüstensöhnen

PARIS (sid)."Danish Dynamite" soll sechs Jahre nach dem unerwarteten Gewinn des EM-Titels bei der WM in Frankreich wieder zünden.Doch vor dem ersten Auftritt am Freitag (17.30 Uhr/live in ARD) gegen Saudi-Arabien in Lens fehlt dem Team um die Brüder Michael und Brian Laudrup jene Lockerheit, die 1992 in Schweden im EM-Finale zum 2:0-Triumph über Deutschland verhalf.Ein Sieg im vermeintlich leichtesten Vorrundenspiel ist vor den weiteren Partien in der Gruppe C gegen Südafrika und Gastgeber Frankreich jedoch Pflicht.

Nach Pleiten in den letzten drei Vorbereitungsspielen gegen die WM-Teilnehmer Norwegen (0:2) und Kamerun (1:2) sowie Schweden (0:3) ist vor dem Duell gegen die "Wüstensöhne" Zweckoptimismus angesagt: "Ich habe schon vor den drei Niederlagen gesagt, daß die Ergebnisse wertlos sind.Wichtig war nur, die Fitneß zu testen", sagt Michael Laudrup.

Der Regisseur vom niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam ist der einzig verbliebene Spieler vom bisher einzigen WM-Auftritt 1986 in Mexiko, als Dänemark nach glänzenden Vorstellungen in der Vorrunde, darunter ein 2:0-Erfolg über Deutschland, im Achtelfinale mit 1:5 gegen Spanien ein Debakel erlebte.Bruder Brian hat gerade rechtzeitig vor dem ersten Gruppenspiel seine berufliche Zukunft geklärt.Der 29jährige verläßt die Glasgow Rangers und unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag bei Europapokalsieger Chelsea London."Auch ich war überrascht von den Möglichkeiten der Saudis.Man kann schon die Handschrift des Weltmeistertrainers Parreira erkennen", sagt Laudrup.Nach dem blamablen 0:6 in Norwegen verschaffte sich der Asienmeister mit dem 0:0 im Fußball-Mutterland England Respekt."Das Unentschieden war ein großer Fortschritt.Ich werde wohl die gleiche Mannschaft gegen Dänemark spielen lassen", sagt Carlos Alberto Parreira, der Brasilien 1994 in den USA zum WM-Titel führte und am Jahresanfang den Deutschen Otto Pfister als Nationaltrainer ablöste.

In Dänemarks Anfangsformation ist noch eine Position offen.Der schwedische Coach Bo Johansson muß sich für die linke Seite der Viererabwehrkette noch zwischen den Bundesligaprofis Michael Schjönberg von Meister 1.FC Kaiserslautern und Jan Heintze von Bayer Leverkusen entscheiden.

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