Zeitung Heute : Richtich allet total öde

REIMZEIT Ahne performt alleene und führt Zwiegespräche mit Gott.

eNTe

Seine autobiografische Notiz beginnt mit „Ahne ist ein Mensch“ und endet mit „Ahne wird langsam älter, durch die Zeit“. Ähnlich profundes Wissen, vorgetragen mit charmanter Naivität, lässt Ahne-Fans seit rund siebzehn Jahren gackern und jubilieren. Dabei wollte er nie Schriftsteller werden. Der pure Spaß trieb ihn auf die Lesebühne – erst bei der „Reformbühne Heim und Welt“, dann im Kreise der „Surfpoeten“, in einer „Disco, die mit Texten unterbrochen wird“. Heute pflegt Ahne vor allem seine Solokarriere. Seine „Zwiegespräche mit Gott“ – nebenstehend ein gekürztes Beispiel -– sind regelmäßig auf Radio Eins zu hören, gedruckt sind sie in mittlerweile drei Bänden bei Voland & Quist erschienen. Das wahre Vergnügen erschließt sich freilich erst beim Hören, weswegen jedem Buch eine Audio-CD beiliegt. Und weil der 43-Jährige seine Kindheit und Jugend als Arne Seidel zwischen Buch und Karlshorst verbrachte, pflegt er jenen authentischen Extrem-Dialekt, der, im Westteil der Stadt beinah ausgestorben, seit dem Mauerfall wieder allüberall in Berlin zu hören ist. Live zum Beispiel im Kreuzberger BKA – einer Lokalität, deren besondere Höhenlage in den Veranstaltungstitel einfließt: „Ahne fährt mit dem Fahrstuhl in den 5.Stock, liest, singt und trinkt“. eNTe

BKA, 15.2., 20 Uhr

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