Zeitung Heute : Richtig verhalten im Ernstfall

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Beim Stichwort Epilepsie denken Laien häufig nur an den

großen Anfall,der auch als Grand-Mal bezeichnet wird. Mittlerweile wurden mehr als 30 weitere Epilepsie-Arten beschrieben, die durch einen ähnlichen Grundmechanismus ausgelöst werden, meist aber erheblich weniger dramatisch verlaufen. Absence-Anfall heißt zum Beispiel eine Form, bei der das Bewusstsein des Patienten nur kurz aussetzt, ohne dass die Umwelt davon viel mitbekommt, weil der Betroffene beispielsweise nicht stürzt.

Die meisten Anfälle enden nach wenigen Minuten. Direkte medizinische Maßnahmen sind daher normalerweise nicht nötig. Bei einem Grand-Mal-Anfall sollte auf jeden Fall die Verletzungsgefahr für den Patienten verringert und Möbel und scharfkantige Gegenstände aus der Reichweite seiner Arme und Beine entfernen werden. Festgehalten werden sollte der Betroffene dagegen nicht. Der Ruf nach dem Notarzt ist fast immer unnötig . Ganz im Gegenteil: Für Epilepsiekranke ist es häufig recht belastend, zumindest aber unangenehm, wenn bei einem „einfachen“ Anfall die Notfallrettung alarmiert wird. Viel wichtiger als die Behandlung eines Anfalls ist jedoch die langfristige Therapie , weil sie gute Heilungschancen verspricht. Spezialisten wie der Chefarzt im Bielefelder Epilepsie-Zentrum Bethel Bernd Pohlmann-Eden fordern daher, die vorhandenen Epilepsiezentren dauerhaft

finanziell zu sichern. RHK

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