Zeitung Heute : ROADMOVIE

Töte mich.

von

Mit einem Suchbild fängt es an, Nebel, Wald, ein Fels am Rand. Auf dem Fels steht jemand, ganz klein. Adele will springen, doch sie traut sich nicht. Auch später gibt es solche Bilder: Die Natur ist groß, der Mensch ist klein. „Töte mich“ handelt von zwei Menschen, Adele, die sich das Leben nehmen will, und Timo, der jemandem das Leben genommen hat, Selbstmörderin und Mörder. Beide sind auf der Flucht, er aus dem Gefängnis, sie aus dem Leben. Eine Versuchsanordnung: Ergänzen sich zwei gestörte Menschen, nähern sie sich an, berühren sie sich? Anderes wird nicht erzählt oder bestenfalls angedeutet: Warum hat Timo getötet? Warum will Adele sich töten? Es wird überhaupt wenig gesprochen. Auch Musik kommt nur selten vor – umso wirkungsvoller ist sie dann. „Töte mich“ ist alles andere als ein Gutelaunefilm und dennoch macht er Mut. Vielschichtig.David Ensikat

D/F/CH 2012, 91 Min., R: Emily Atef, D: Maria-Victoria Dragus, Roeland Wiesnekker

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