ROLANDO VILLAZÓN IST WIEDER DAGiuseppe Verdis „Requiem“ : Solisten für das Seelenheil

Uwe Friedrich

Giuseppe Verdis „Requiem“ beginnt und endet mit einem geflüsterten Gebet. Die Bitte um den ewigen Frieden eröffnet das Werk, die um Erlösung vom ewigen Tod am Tag des Gerichts schließt es. Unter allen geistlichen Werken ist es wohl das einzige, zu dem das Publikum vor allem deshalb in hellen Scharen strömt, weil es ein Gesangsfest erleben möchte. Während bei Mozarts „Requiem“ oder Beethovens „Missa solemnis“ der geistliche Gehalt auch im Konzertsaal erhalten bleibt, wurde Verdi schon bei der Uraufführung dafür gescholten, eher eine Oper als ein Requiem geschrieben zu haben. Ganz folgerichtig haben fast alle großen Sängerinnen und Sänger die Chance genutzt, mit diesem Werk zu brillieren. Und Orchester setzen es nur dann auf den Plan, wenn sie über beste Sänger verfügen.

Nun kümmert sich die Staatskapelle unter Daniel Barenboim um das Seelenheil der Verstorbenen, und das Solistenquartett lässt nichts zu wünschen übrig. Mit Anja Harteros und Sonia Ganassi sind zwei der edelsten Frauenstimmen verpflichtet, das Staatsopern-Ensemblemitglied René Pape ist der beste Bass unserer Tage. Das Hauptinteresse liegt allerdings auf der Rückkehr des Publikumslieblings Rolando Villazón. Seit seiner Stimmkrise, die mit der Absage von „Manon“-Aufführungen offenbar wurde, ist er in Berlin nicht mehr aufgetreten. Nach seiner Rückkehr an die Wiener Staatsoper und einer neuen CD (die allerdings schon vorher aufgenommen wurde) können sich nun auch die Berliner Fans davon überzeugen, ob die Stimme noch so strahlend ist wie bei seinen früheren Triumphen. Uwe Friedrich

Philharmonie, Mo 25.2., 20 Uhr, Konzerthaus,

Di 26.2., 20 Uhr, ausverkauft

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar