Zeitung Heute : Rolls-Royce: Abschied mit einem Silver Seraph

ivd

Seit 97 Jahren werden in England Rolls-Royce-Autos gebaut und seit 55 Jahren entstehen sie in Crewe. Doch im Unterschied zu den Fahrzeugen der zweiten Rolls-Royce-Marke Bentley, die weiterhin in dieser tradionsreichen Manufaktur entstehen, wird es Rolls-Royce aus Crewe vom Ende des nächsten Jahre an nicht mehr geben.

Denn die beiden Luxusmarken Bentley und Rolls-Royce gehen künftig getrennte Wege. Während die ein wenig sportlicher orientierte Marke Bentley nämlich zum VW-Konzern gehört, übernimmt bei Rolls-Royce künftig BMW die Regie. Doch bevor es so weit ist, wird in Crewe mit der Last of Line Series des Rolls-Royce Silver Seraph eine auf 170 Modelle limitierte Abschiedsserie gebaut. Und diese letzten Rolls-Royce aus Crewe lassen noch einmal viele traditionelle Elemente aus der bisherigen Roll-Royce-Geschichte lebendig werden.

Das beginnt mit der Lackierung des letzten Silver Seraph im Zweiton-Stil, wie er zur Zeit des Silver Cloud I populär war, mit dem die Roll-Rolls-Fertigung in Crewe einst begann. Die Radnabenabdeckung ziert ein Emblem der "Spirit of Ecstasy" und die RR-Signets auf Kühler, Kofferraum und hinteren Dachholmen sind in jenem Rotton ausgelegt, der alle Rolls-Royce vor 1933 zierte. Um harmonischere Kombinationen mit den damals immer öfter geforderten vielfältigen neuen Farben zu ermöglichen, ordnete Henry Royce persönlich an, künftig schwarze Logos zu verwenden.

Das Interieur des Abschiedsmodells wird geprägt durch perfekt verarbeitete Furniere und wertvolle Intarsienarbeiten. Dabei setzt man auf das besonders begehrte und teure Rosenholz, das zu den ersten Furnieren gehörte, die bei Rolls-Royce für Armaturenbretter verarbeitet wurde, nachdem man die Verarbeitung von Massivhölzern beendet hatte. Rosenholz-Furnier ist berühmt für seinen Farbreichtum. So reichen die Schattierungen von Gelb über Goldbraun bis zu tiefem Rotbraun. Im Abschiedsmodell zeigen die Spezialisten aus Crewe noch einmal, wie perfekt sie die Verarbeitung dieser edlen Furniere beherrschen. Nicht minder perfekt verarbeitet zeigt sich edles Leder für Sitze, Kissen und andere Details.

Wenn zum Jahresende 2002 auch die Rolls-Royce-Fertigung in Crewe endet - die exklusive Luxusmarke Rolls-Royce existiert weiter und bleibt auch unter BMW-Regie britisch. Gebaut werden die künftigen Rolls-Royce dann in Goodwood, rund 300 Meilen von Crewe entfernt.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben