Zeitung Heute : Ron Arad – lebt er noch?

Israel hofft auf neue Details

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Am 16. Oktober 1986 katapultierten sich über dem Libanon der Navigator Ron Arad und der Pilot Ishai nach einem Luftangriff mit Schleudersitzen aus ihrem abstürzenden Kampfflugzeug. Ishai konnte sich an den Kufen eines Suchhubschraubers festhalten und wurde gerettet. Arad, der unmittelbar neben ihm gelandet war, wurde durch schiitische AmalMilizen gefangen genommen. Ein Jahr später erhielt die Arad-Familie das letzte Lebenszeichen von ihm – den dritten Brief insgesamt. Danach folgten nur noch unbestätigte Meldungen über seinen Tod in Gefangenschaft. Angeblich wurde Arad an die Revolutionären Garden in den Iran verkauft.

Vor über drei Jahren erklärten iranische Exilanten, sie hätten im Teheraner Gefängnis erfahren, dass einem inhaftierten ausländischen Piloten die Beine gebrochen worden seien, um so seine Flucht zu verhindern. Im Mai 2003 kam schließlich eine israelische Untersuchungskommission zu dem Schluss, man müsse davon ausgehen, dass Arad lebt. Diese Meinung vertreten auch Arads Familie und seine Luftwaffen-Kameraden. Seine aus Deutschland stammende Mutter Batia, die kürzlich gestorben ist, und seine Gattin Tami organisierten eine internationale Kampagne für die Freilassung Arads. Aufkleber „Ron Arad – zur Freiheit geboren" zieren auch heute noch unzählige Stoßstangen, ein Herz zerreißendes Lied „Wenn du heimkehrst" eroberte die Charts und wurde Jahre lang jeden Sabbat im Rahmen des politischen Radio-Wochenrückblicks ausgestrahlt. cal

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