Zeitung Heute : Rückkehr eines Klassikers

KURT SAGATZ

Die inzwischen etwas betagteren Videospielefans werden sich wahrscheinlich noch erinnern.1979, also vor fast zwanzig Jahren, wurde bereits in Spielhallen geballert, was das Zeug hielt.Zu den absoluten Spielehits dieser Zeit gehörte unter anderem "Asteroids".Mit flinker Hand galt es, sich auf dem Schwarzweißmonitor einen Weg durch einen Asteroidengürtel freizuschießen.Die Grafik war einfach gehalten, der Sound ebenfalls ziemlich antiquiert, doch der Spielspaß gleichwohl groß.An diesem Freitag nun wurde in Berlin im Computerspielemuseum in Mitte die Neuauflage dieses Spieleklassikers vorgestellt.

Die Grundidee des Spiels blieb vollständig erhalten.Auch weiterhin besteht die Aufgabe des Spielers darin, die Strahlenwaffen zum Zerstören der Asteroiden einzusetzen.Salve um Salve wird auch jetzt noch das Weltraumgestein zertrümmert, angefangen bei den ganz großen Brocken, die sich nach einem Treffer wie bei einer Zellteilung vermehren, bis am Ende kein Asteroid mehr übrig bleibt.Auch die Navigation ist so einfach geblieben wie beim Klassiker.Das Raumschiff kann nach links und rechts, nach oben und unten bewegt und um die eigene Achse gedreht werden.Alles Manöver, die auch ohne langes Studium eines Handbuches gelingen."Wir wollten ein Spiel, bei dem man einfach einschalten und loslegen kann", beschreibt Markus Wilding von Activision die Konzeption, die auch die Nicht-Freaks unter den Spielern ansprechen soll.Selbst ein wenig Wettstreit ist möglich, denn neben der Highscore-Liste wurde in die Neuauflage auch ein Zweispieler-Modus integriert.

Daß "Asteroids" so nicht mit den aufwendigen Neuproduktionen - auch aus dem eigenen Hause - mithalten kann, hat man bewußt in Kauf genommen."Asteroids ist ein Spiel für zwischendurch", sagt dazu Wilding.Diese Ausrichtung findet sich auch in der Preisgestaltung wieder.Als PC-Version wird "Asteroids" um die 60 DM kosten, auch die Playstation-Ausgabe wird mit 69 DM verhältnismäßig günstig sein.

Um diesen Preis zu rechtfertigen, reicht es gleichwohl nicht aus, einfach das simple Gameplay der 70er Jahre mit einer zeitgemäßen Grafik und Akustik rundzuerneuern.So hat die Londoner Entwicklerfirma Syrox zusätzliche Schwierigkeitsgrade eingebaut.In einem Level kommt beispielsweise als zusätzliche Herausforderung noch ein Schwarzes Loch mit einem tödlichen Gravitationsfeld hinzu, das den Abschuß der Gesteinsbrocken erschwert.Auch die Original Arcarde-Version des Spielhallenklassikers ist im Spiel versteckt.Um sie zu finden, müssen jedoch erst einige andere Level überstanden werden.Dann jedoch kann man sich ein Bild davon machen, daß die Spielidee auch heute noch wichtiger ist als alles grafische und akustische Drumherum.Fazit: Wer für einige Zeit abschalten möchte, ist mit diesem Spiel gut bedient.

Systemvoraussetzungen PC: Pentium 166, Windows 95.Auf dem PC werden die besten Ergebnisse mit einer 3D-Beschleunigerkarte erzielt.

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