Zeitung Heute : Rund 100 deutsche Tageszeitungen im Internet

Zeitungsschau via Bildschirm wird Printausgabe jedoch nicht ersetzen / Zahlreiche Zusatzangebote ddpADN.Daß die hypermoderne Online-Zeitung eines Tages die alte Printausgabe verdrängen könnte, gilt nach anfänglicher Euphorie inzwischen als eher unwahrscheinlich.Dennoch sind schon etwa 100 deutsche Tageszeitungen im World Wide Web (WWW) abrufbar.Als Hauptmotiv geben 82 Prozent von ihnen an, möglichst frühzeitig in einem zukunftsträchtigen Mediensektor dabeisein zu wollen.Außerdem versprechen sie sich einen Imagegewinn für ihr Blatt. Die meisten Tageszeitungsverlage gehen ihren Internetauftritt aber eher vorsichtig an, wie ein Untersuchung der Zeitschrift "Media Perspektiven" ergab.In den Online-Redaktionen arbeiten danach im Durchschnitt lediglich drei Redakteure.Nur jeder zweite Verlag gründete überhaupt eine eigene Redaktion.Bei etwa einem Drittel betreuen ausschließlich Redakteure das Web-Angebot, die nebenher auch noch für die gedruckte Ausgabe arbeiten.Jede zehnte Online-Ausgabe wird außer Haus erstellt. Online- und Printversion unterscheiden sich der Untersuchung zufolge oft nicht wesentlich.Obwohl sich 57 Prozent der Redaktionsleiter eine Kürzung der Artikel und 34 Prozent eine knappe Nachrichtensprache wünschen, werden die Beiträge in fast zwei Dritteln der Online-Redaktionen "selten" oder "nie" überarbeitet.Dafür findet der Nutzer auf den Websites der Tageszeitungen wie der des Tagesspiegels zahlreiche Zusatzangebote, darunter Hinweise zum Verlag und Computerinfos.In fast jeder zweiten Bildschirmzeitung können die Leser in einem Archiv nach Artikeln früherer Ausgaben suchen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß der Leserkreis relativ klein ist.Nach der ARD-Online-Studie von 1997 nutzen derzeit überhaupt nur 6,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Online-Dienste.Davon suchen 58 Prozent hin und wieder die Web-Seiten der Verlage auf.Drei Viertel der Bildschirmleser sind unter 40 Jahre alt.74 Prozent haben Abitur, die Hälfte ein abgeschlossenes Studium.Ein knappes Viertel der Nutzer wohnt außerhalb Deutschlands.Viele von ihnen haben einst in der Bundesrepublik gelebt und informieren sich jetzt via Bildschirm über das Geschehen in der ehemaligen Heimatregion. Zu den Vorteilen von Bildschirm-Zeitungen gehört aus Sicht der Verlage, daß sie wesentlich aktueller berichten können.Das Gros der Online-Gazetten erscheint so schon am Vorabend des Herausgabetermins der gedruckten Ausgabe.Von den Nutzern wird dies ebenso so geschätzt wie die Möglichkeit, im Internet mehrere Zeitungen lesen zu können.Auch die Vorzüge, die sich durch automatisierte Suchmöglichkeiten und die Verfügbarkeit älterer Ausgaben ergeben, werden als Gewinn erachtet.Einen gravierenden Nachteil von Online-Zeitungen sehen Leser darin, daß sie meist nur einen Ausschnitt aus den Beiträgen der gedruckten Zeitungen anbieten.

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