Zeitung Heute : Runder Bauch, gut verpackt

Auch wenn es nur für ein paar Monate ist: Umstandsmode muss sitzen

Susanna Nieder

Kleidung in der Schwangerschaft kann man total vergessen, wenn sie nicht eine Bedingung erfüllt: Bequem muss sie sein! Das merkt die werdende Mutter spätestens, wenn die normalen Hosen Ende des vierten Monats selbst bei geöffnetem Reißverschluss eine Handbreit über dem Schambein zu drücken beginnen. Im Sommer kann dann noch eine Weile ein Rock mit Gummizug herhalten. Im Winter wird es höchste Zeit, sich mit dem Thema Umstandsmode zu befassen.

Hier ist eine Grundsatzentscheidung gefragt: Billigware für die fünf Monate, die der Bauch noch wächst, oder ein paar Euro mehr investieren? Wer die trockene Luft, das unbarmherzige Licht, die endlose Warterei vor den Umkleidekabinen und die vielen, vielen vergeblich angezogenen Kleidungsstücke bei H&M erträgt, kann sich dort für wenig Geld eine komplette Schwangerschaftsgarderobe zusammenstellen. Bei Hosen, die untenherum aussehen wie normale Jeans oder Cordhosen, unter dem T-Shirt aber in einem Schlauch aus dickem Jersey auslaufen, der über den Bauch gezogen wird, kann es allerdings passieren, dass sie nicht nur rutschen, sondern gleichzeitig auch kneifen.

Bei „Punkt und Pünktchen“ in der Schlüterstraße 27/28, einem alt eingesessenen Charlottenburger Geschäft für Kinderkleider und Umstandsmode, kosten die Kleider gut das Doppelte, besitzen aber dafür den unschlagbaren Vorteil, dass man sie gerne anzieht. Es gibt dort einen bequemen Stuhl, einen Schluck Wasser und eine Toilette – alles Dinge, die Schwangeren das Leben ungemein erleichtern.

Auch gibt es Kleider von gestandenen Firmen wie Christoff, Cache-Cache und Queenmum; die Hosen sitzen, die Oberteile machen einen hübschen Bauch, der mit bunten Bauchbinden noch mehr betont werden kann. Spätestens Ende des fünften Monats werden normale T-Shirts nämlich vorneherum zu kurz. Ein gutes Umstands-T-Shirt betont den Bauch, klemmt ihn aber nicht ein und lässt sich vielleicht noch ein bisschen hochschoppen. Die Zelte aus Mutters Zeiten sind längst out, die bauchfreien Shirts der Neunziger ebenfalls.

Eine sehr gute Adresse für Umstandsmode von leger bis festlich ist auch Mia Nana in der Brauhofstraße 1 (ebenfalls Charlottenburg). Das hauseigene Label ist nicht billig, aber dafür modisch, und die Auswahl an Hochzeitskleidern für Schwangere ist groß und variantenreich. Gekauft werden kann auch online unter www.mia-nana.de.

Vernünftige Preise, freundliche Bedienung und eine ordentliche Auswahl hat Alara in der Lietzenburger Straße 88 (www.alarababy.de), wo ausschließlich türkische Marken, vor allem Gemko, angeboten werden.

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