Zeitung Heute : Russland geht auf die Nato zu

Mögliche Beteiligung an der Raketenabwehr

Lissabon – Überraschend hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew am Samstag beim Nato-Gipfel in Lissabon das Angebot der Allianz zur Beteiligung an dem erst am Vortag beschlossenen Raketenabwehrschirm angenommen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einem „beispiellosen“ Schritt. „Erstmals in der Geschichte arbeiten die Nato-Staaten und Russland bei ihrer Verteidigung zusammen“, sagte der Däne zum Abschluss des zweitägigen Nato-Gipfeltreffens. US-Präsident Barack Obama erklärte, Nato und USA sähen Russland nicht länger als Gegner, sondern als Partner. Medwedew machte zugleich deutlich, dass Moskau nur zur Zusammenarbeit bei derRaketenabwehr bereit sei, wenn es gleichberechtigt sei. „Oder wir werden gar nicht teilnehmen“ fügte er hinzu.

Zugleich stellte die Nato die Weichen für einen Abzug ihrer Kampftruppen aus Afghanistan bis Ende 2014. Das Ziel sei, dass die afghanische Regierung bis dahin die Verantwortung für die Sicherheit im ganzen Land trage, sagte Rasmussen und betonte, die Übergabe bedeute nicht, dass die internationale Gemeinschaft das Land danach im Stich lasse. Das Bündnis werde weiter eine unterstützende Rolle spielen. „Wenn die Taliban glauben, sie könnten jetzt einfach abwarten, um uns loszuwerden, dann liegen sie falsch“, sagte Rasmussen. „Wir fühlen uns der Zukunft Afghanistans verpflichtet“, erklärte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. mis

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