Zeitung Heute : „Sarkozy schwächt Europa“

Berlin - Die deutsche Kritik am Atomgeschäft zwischen Frankreich und Libyen nimmt zu. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), bezeichnete den Vertrag zwischen Paris und Tripolis im Tagesspiegel am Sonntag als „eine bittere Pille für die EU“. Dies sende das falsche Signal in den Nahen Osten. Eine militärische und atomtechnische Zusammenarbeit war am Mittwoch beim Besuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Libyen vereinbart worden. Durch den Alleingang Frankreichs würden die Europäer in ihrer außenpolitischen Handlungsfähigkeit geschwächt, sagte Polenz. Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi bleibe im Kern unberechenbar.

Der grüne Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit nannte Gaddafi im Gespräch mit dem Tagesspiegel „einen blutrünstigen Diktator, dem nicht zu trauen ist“. Wenn man sich seine ganzen Windungen und Wendungen der letzten 30 Jahre anschaue, „woher nimmt man die Sicherheit, dass er aus dem Atommüll nicht eine schmutzige Bombe bauen lässt“, fragte der Grünen-Politiker. M.G.

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