Zeitung Heute : Scandlines: Auf sicherem Kurs

Die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines AG (Rostock) hält weiter Kurs aufs Baltikum. Derzeit würden zwar auf den drei Strecken nach Litauen noch jährlich Verluste von "mehr als fünf Millionen Mark" eingefahren, sagte Scandlines-Vorstandschef Ole Rendbaek. Im kommenden Jahr werde man aber den "Break-even" erreichen, also schwarze Zahlen schreiben. Die beiden Strecken nach Lettland (Rostock-Liepaja und Karlshamn-Liepaja) seien in diesem Jahr profitabel. Das Fährunternehmen will in den kommenden drei bis vier Jahren nach Worten Rendbaeks Linien von Dänemark und Schweden nach Polen etablieren. "Das Baltikum-Geschäft betrachten wir als langfristige Investition", sagte Rendbaek. 2001 sollen alle Schiffe der Linien modernisiert werden. Beim Streit vor der EU mit der staatlichen dänischen Fährgesellschaft Bornholms Traffiken zeichnet sich nach Worten Rendbaeks möglicherweise ein Kompromiss ab. "Derzeit verhandeln wir über eine Kooperation. Wir wollen einen Ausweg finden, denn nicht alles sollte in Brüssel entschieden werden", sagte Rendbaek. Scandlines bedient derzeit in Konkurrenz mit Bornholms Traffiken die - "unprofitable" - Linie Sassnitz-Rönne. Wegen staatlicher Subventionierung des Mitbewerbers reichten die Rostocker Beschwerde bei der EU ein.

Die 1998 aus der Fusion der Bahn-Tochter Deutsche Fährgesellschaft Ostsee GmbH (DFO) und Scandlines Danmark A/S hervorgegangene Scandlines AG erwägt laut Fusionsvertrag bis Ende 2003 einen Börsengang. Bereits im Jahr 2002 werde die Gesellschaft eine Verzinsung von zwölf Prozent auf das eingesetzte Kapital erreichen, gab sich Rendbaek sicher. 1999 erzielte das Unternehmen 918 Millionen Mark Umsatz und einen Gewinn von 52 Millionen Mark nach Steuern. Eigentümer sind zu jeweils 50 Prozent die Deutsche Bahn AG und das dänischen Transportministerium.

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