Zeitung Heute : Scanner halten schädliche PC-Eindringlinge in Schach - Sicher nur mit Updates

Klaus Angermann

Selbst Liebesbriefe haben ihre Unschuld verloren, wie Millionen von Computern in den letzten Wochen ihren Besitzern verdeutlicht haben. Wer Daten im Internet herunter lädt, E-Mail-Anhängsel vertrauensvoll öffnet oder seinen PC mit fremden Disketten füttert, geht immer ein Risiko ein. Unversehens könnte sich ein Virus heimlich auf die Festplatte schleichen und dort großen Schaden anrichten. Virenscanner sind auch für Privatanwender ein Muss - es sei denn, man surft nicht, schickt keine E-Mails und besitzt kein Diskettenlaufwerk. Doch auf welchen User trifft das heute noch zu?

Live-Update via Internet

Einer der meistverkauften und bei einem Preis von 69 Mark zudem recht günstigen Antiviren-Scanner ist "Norton Antivirus 2000" von Symantec ( www.symantec.de ). Im Kaufpreis sind kostenlose Updates für ein Jahr enthalten, die über Live-Update via Internet wöchentlich herunter geladen werden. Frisch aktualisiert vernichtet der Scanner derzeit nach eigenen Angaben 47 263 Viren. Auf Wunsch kann Antivirus im Auto-Protect-Modus im Hintergrund verborgen arbeiten, wenn Dateien geöffnet oder herunter geladen werden, auch die Einbindung in E-Mail-Clients ist möglich. Die Bloodhound genannte Prüftechnologie soll unbekannte Viren aufspüren. Wie mit entdeckten Viren verfahren wird, kann der Benutzer selbst entscheiden und den Virus sogar an Symantec schicken, um kurz darauf ein entsprechendes Update zu erhalten.

Auch das Konkurrenzprodukt F-Prot WIN Professional (Version 5.07d) bietet eine aufgeräumte Oberfläche, nur den Update-Modus sucht man vergebens. Aktualisierungen erhalten lizenzierte Besitzer etwa alle drei Monate per CD zugeschickt, sie können sich ständig aktualisierte Virensignaturen auch unter www.percomp.de selbst downloaden. Der mitgelieferte Scanner namens F-STOPW prüft im Hintergrund die Aktivitäten und belastet bei Programmaufruf oder Dateiöffnung die Systemressourcen wesentlich weniger als beispielsweise Symantecs Tool. Für den Privatier kostet diese Sicherheit rund 173 Mark, jedes Folgejahr 140 Mark. Wer noch bessere Erkennungsraten sucht, sollte zum großen F-Prot-Bruder F-Secure Antivirus greifen. Für 310 Mark gibt es zusätzlich zu F-Prot mit AVP eine zweite integrierte Scan-Engine. F-Secure (Version 4.07) sticht weniger durch Bedienkomfort als durch umfangreiche Administrations-Fähigkeiten hervor und eignet sich besonders für den Firmen-Einsatz im Netzwerk. Prüfungen können genau nach Uhrzeit oder festgelegten Intervallen geplant werden, im Hintergrund untersucht der Gatekeeper unsichtbar bei Zugriffen die betreffenden Dateien.

Es geht auch günstiger, beispielsweise mit dem Antivirenkit 9 von G Data für 100 Mark ( www.gdata.de ). Ähnlich wie F-Secure setzt G Data auf die bewährte russische AVP-Suchmaschine von Eugene Kaspersky. Mit dem Antivirenkit gibt es über unschlagbare 10 Jahre kostenlos circa viermal jährlich Internet-Updates, zudem eine kostenfreie Hotline. Beim Virenerkennungsspezialisten McAfee ( www.mcafee.com ) erscheint in Kürze die neue deutsche Version Virusscan 5 (rund 90 Mark). In der Regel laufen Updates über das Internet; F-Prot und F-Secure senden Aktualisierungen via CD-ROM, bei der Konkurrenz wie beispielsweise G Data ist dieser Service kostenpflichtig. Die unterschiedlichen Folgekosten der Aktualisierungen sollten beim Kauf mit eingeplant werden. Hohe Trefferquoten bringen alle vorgestellten Scanner; diese hohe Sicherheit kann das System ausbremsen, wenn häufig Dokumente kopiert oder Programme gestartet werden. Trotzdem sollte man auf bestmögliche Virensuche nicht verzichten, neben der Software sollten auch die Notfalldisketten regelmäßig aktualisiert werden.

Übrigens reicht ein Virenscanner pro System aus. Mehrere behindern sich nur gegenseitig und können schnell den PC lahm legen, statt ihn sauber zu halten.Systemvoraussetzungen: Norton Antivirus, Antivirenkit 9 und Virusscan ab DOS/Windows 3.11 (Virsuscan auch für OS/2); F-Prot WIN ab Windows 95 und F-Secure ab Windows 3.11 (auch OS/2 und Linux), zusätzlich wird F-Prot für DOS mitgeliefert

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