Zeitung Heute : Scharon betreibt die Entmachtung Arafats

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Betrifft: „Powell hält an Arafat fest“ im Tagesspiegel vom 13. Juni 2002

Vom amerikanischen Präsidenten Bush als „Mann des Friedens" bezeichnet, scheint der israelische Premier Ariel Scharon erfolgreich unter den Augen der ganzen Welt sein gefährliches Spiel treiben zu dürfen, ohne dass ihm irgendjemand Einhalt gebietet. Unter Zuhilfenahme von psychologischer Kriegsführung arbeitet er an der Entmachtung Arafats. Bei immer mehr Regierungen der westlichen Welt scheint die gezielte Propaganda gegen den gewählten Präsidenten der Palästinenser Früchte zu tragen. Kaum ein Politiker wagt es, die Anschuldigungen des Herrn Sharon zu hinterfragen, selbst dann nicht, wenn die israelische Armee systematisch die Infrastruktur der palästinensischen Autonomiebehörde zerstört. Dabei ist es absurd zu fordern, dem Terror Einhalt zu gebieten, wenn die dazu benötigten Verwaltungseinheiten nicht mehr existieren und die zuständigen Beamten nach der Abriegelung der palästinensischen Städte durch die israelische Armee nur eine sehr eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit haben.

Die Forderung nach Reformierung derAutonomiebehörde ist in vielen Bereichen sinnvoll, nicht jedoch, wenn sie nur das Ziel Scharons verfolgt, Arafat zu entmachten und willfährige Vasallen an seine Stelle zu setzen.

Susann Vogt, Rostock

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