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DETLEF BORCHERS

Tiefer Blick und Fingerabdruck sollen die Identifikation am Computer sicherer machenVON VON DETLEF BORCHERS"LRO","RR32" und "ZS1" - hinter diesen Kürzeln verbirgt sich "Biometrisches".Neue Meßverfahren dienen immer öfter zur Identifikationvon Menschen.Die sogenannten "biometrischen" Systeme vergleichen die Messung eines eindeutigen Merkmals mit einer bereits abgespeicherten Information.Ein Computer ist immer im Spiel, wo diese Technik eingesetzt wird.Mit dem Internet und dem großen Bedarf an sicheren Identifikationslösungen beim Bezahlen sehen die Konstrukteure einen Massenmarkt für Biometrie entstehen.Sie soll bei jeder Internet-Transaktion oder digitalen Signatur einfach zu Hand sein und dabei nicht komplizierter als eine Unterschrift funktionieren.Stimme, Fingerabdrücke, Gesicht, aber auch der Geruch oder die Iris werden von biometrischen Systemen ausgewertet.Kaum ein Verfahren verläßt sich allein auf eine einzige Komponente.So werten Fingerabdruck-Systeme aus, wie der Finger auf das Gerät gelegt wird.Bei der Gesichtskontrolle ist die Sprache im Spiel und die Venenanalyse wird mit der Geruchserkennung kennen.Alles ist möglich, nur darf es nicht über Gebühr belästigen.Ein Beispiel für die neue Biometrie liefert die Firma Computerbauer Unisys mit einem Kamera/Computer-Gespann, das auf der Basis von Gesichts-Thermogrammen arbeitet.Diese "Photos" der Gesichtstemperatur haben den Vorteil, daß sie unabhängig von den Licht- und Temperaturverhältnissen funktionieren und selbst Zwillinge unterscheiden können.Ein anderes Beispiel: bei der Citibank USA müssen alle Kredite über 10 000 Dollar vom Gebietsstellenleiter abgezeichnet werden.Dies geschieht per E-Mail und Signatur mit einem Fingerabdruck an Computern, die in jeder Filiale stehen.Zum Einsatz kommt eine Sony-Lösung, die Fingerprint Identification Unit (FIU).Wie Sony spekuliert auch Face-It von der amerikanischen Firma Visionics auf Breitenwirkung.Das von Neurologen und Unfall-chirugen entwickelte Programm pickt sich einige Gesichtszüge heraus, die es genauer analysiert und für die spätere Identifikation speichert.Richtig sicher wird Face-It in einer Variante der Firma EditPro, die das Programm mit der Spracherkennung ViaVoice von IBM kombiniert.Gut möglich, daß sich hier eine neue Entwicklung anbahnt: Wer vom Computer erkannt und mit Namen begrüßt wird, möchte auch anders mit ihnen umgehen.Auf lange Sicht wird die Biometrie dazu beitragen, daß Tastatur und Maus abgelöst werden können.

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